Facebook wirft Ballast ab und bietet mit Facebook Lite eine neue Version für Puristen: Schneller und ohne Klimbim soll das neue Angebot auch Nutzer ohne Highspeed-Verbindungen ins Internet locken. Das neue Gewand der Plattform erinnert stark an den Microblogging-Dienst Twitter.
Facebook startet die abgespeckte Version Facebook Lite, die es Nutzern mit einer langsamen Internetverbindung erleichtern soll, den Dienst zu nutzen. Einiges an grafischem Ballast hat die neue Version abgeworfen: Mit Facebook Lite können die Mitglieder Freunde suchen, Nachrichten schreiben, aber auch Fotos und Videos hochladen. Die schlanke Kontaktplattform lädt schneller und verzichtet auf Schnick-Schnack: Spiele wie Farmville oder Mafia Wars gibt es hier nicht, auch auf das «Anstupsen» von Mitgliedern verzichtet der Ableger.
In Deutschland ist die neue Version noch über einen Umweg erreichbar. Zuerst müssen sich die Mitglieder auf der Facebook-Seite einloggen, dann in den Einstellungen die Sprache auf Englisch (US) umstellen. Danach gelangen sie über die Adresse http://lite.facebook.com zur neuen Version.
Was Puristen und ungeübte Internetnutzer begeistern soll, alarmiert Twitter: Reduziertes Design und Funktionen des neuen Facebook-Dienstes erinnern nämlich stark an die Konkurrenz-Plattform. Außerdem hat Facebook so genannte @-Tags eingeführt. Damit können Freunde markiert und verlinkt werden - auch eine Funktion, die bereits den Twitterern bekannt ist. So geistert schon der Begriff der «Twitterfizierung» von Facebook durchs Netz.
Doch auch Twitter ist nicht untätig und wappnet sich mit neuen Features. So will der Microblogging-Dienst beispielsweise Werbung schalten. Das ist eine kleine Revolution, denn lange hatte Twitter-Gründer Biz Stone es abgelehnt, den Dienst mit Werbebannern zu bestücken, um die Nutzer nicht zu verprellen. «Wir lassen die Tür für Werbung offen», erklärte Stone jetzt auf dem offiziellen Twitter-Blog. Außerdem ist ein Modell im Gespräch, bei dem Unternehmen Beiträge für einen Premium-Zugang zahlen, private Nutzer aber weiterhin kostenlos twittern können.
Nachdem Facebook im vergangenen Jahr daran gescheitert war, Twitter zu übernehmen, setzt sich der Konkurrenzkampf jetzt im gegenseitigen Wettrüsten fort.
amg/bla/news.de