Von news.de-Redakteur Florian Blaschke
Virales Marketing treibt manchmal seltsame Blüten. Der amerikanische Konzern General Mills etwa hat, um eines seiner Produkte zu bewerben, eine Internetseite entwickelt, die wir bis heute nicht verstehen. Gerade deshalb ist sie in dieser Woche unser Surftipp.
Eigentlich, und deshalb müssen wir uns schon an dieser frühen Stelle bei Ihnen entschuldigen, sind Journalisten auch dazu da, Ihnen die Welt zu erklären. Ein wenig zumindest. In diesem Fall aber, und das wiegt besonders schwer, da es sich auch noch um einen Surftipp handelt, wird das nicht möglich sein. Wir schicken Sie heute nämlich auf eine Seite, die wir selbst nicht verstehen: KinderKreis TV.
Immerhin aber wissen wir, wer sie ins Netz gestellt hat. Es ist der Konzern General Mills (Häagen-Dazs), der zu den sechs größten Lebensmittelherstellern der Welt gehört. Und was macht dieser Gigant? Lässt einen grenzdebil wirkenden Moderator, eine Gruppe ihm höriger Kinder und einige Combotänzer in engen, quietschbunten Ganzkörperanzügen auftreten und für eines seiner Produkte werben: Fruit Gushers, die hierzulande wahrscheinlich als Cerealien bezeichnet werden würden. Kleine Zuckerbomben, die Kinder zum Frühstück essen sollen.
Als wäre die Zusammenstellung des Personals für das Werbevideo nicht schon seltsam genug gewesen, unterhalten sich der Moderator und die Kindertruppe auch noch auf Deutsch, wenn man das denn so nennen darf, englisch untertitelt. Und die Tänzer tun zu psychedelischer Musik, wofür sie bezahlt werden. Leider.
Wie gesagt, wir wissen nicht, was wir davon zu halten haben. Sollte dieses Video uns etwa zeigen, was für einen Eindruck die Amerikaner vom deutschen Fernsehen haben? Und daher, weil wir so ratlos sind, schließen wir uns einfach der Aussage des Blogs Macadelic an, das uns auch auf diese Seite aufmerksam gemacht hat: «Wenn Haribo in Deutschland es wagen würde, eine derartige Werbung für ihre Fruchtgummi-Produkte zu machen, ständen mit Sicherheit am nächsten Tag ein Einsatzkommando der Polizei samt Drogenbeauftragte vor den Werkshallen.»
kas/news.de