Google bietet mit Fast Flip einen neuen Dienst, der Online-Nachrichten durchforstet. Die Betaversion ist nun in den USA online. An den Werbeeinnahmen der Seite werden die Verlage der Magazine beteiligt. Die aber reagieren skeptisch.
Googles Fast Flip sortiert Inhalte von Online-Magazinen nach Themen, Aktualität oder Ressorts und stellt sie als Screenshot dar. Von dort kann der Nutzer sich auf die entsprechenden Seiten weiterklicken. Die Testversion, die heute in Amerika gestartet wurde, soll dem Benutzer helfen, einfacher als bisher das Online-Nachrichtenangebot zu filtern und durchkämmen.
Mit dem Projekt, das am Montag auf einer Konferenz des Technik-Blogs TechCrunch vorgestellt wurde, geht das vielfach für seinen laxen Umgang mit Urheberrechten kritisierte Unternehmen Google einen Schritt auf die Verlage zu: Der größte Teil der Einnahmen aus den Werbebannern, die auf der Seite geschaltet sind, soll an die Urheber der Online-Magazine fließen.
Mehr als drei Dutzend Anbieter sind beim Start von Fast Flip dabei, darunter die Tageszeitungen The New York Times und Washington Post sowie die Magazine Newsweek und BusinessWeek.
Die Navigation der Seite orientiert sich an analogem Zeitungsgeraschel: Mit Pfeilen rechts und links des Screenshots kann der Benutzer durch das Angbot blättern, die Seiten werden ohne Verzögerung dargestellt. Für die Testversion wird bislang nur jeweils die erste Seite einer Online-Veröffentlichung angezeigt. Mit der Funktion «Fast Flip» springt man jeweils zum nächsten Angebot. Wer auf den Screenshot klickt, wird zur Originalseite weitergeleitet.
Obwohl die Werbeeinnahmen an die Urheber fließen, reagiert die Branche skeptisch. Die Online-Portale sind zwar auf neue Einnahmen angewiesen, wollen andererseits aber verhindern, dass ihre Leser von den eigenen Seiten zu Google gelotst werden. «Es ist eine Gratwanderung», sagte Martin Nisenholtz, der bei der New York Times für digitale Projekte zuständig ist. Mit Fast Flip werde ein neues attraktives Interface eingeführt. «Aber es ist nicht im Interesse der Times, einen mächtigen News-Aggregator zu schaffen.»
Das Verhältnis zwischen Google und Content-Anbietern im Web ist zurzeit Gegenstand heftiger Kontroversen. Während die Anzeigeneinnahmen der Zeitungen in den USA in der ersten jahreshälfte dieses Jahres um 29 Prozent eingebrochen sind, hat Google seine Werbeerlöse um vier Prozent gesteigert. Zudem bietet das Unternehmen eine Suchfunktion, die aktuelle Nachrichten aus dem Netz anzeigt. Weil Google für diesen Dienst auf fremde Inhalte zugreift, ohne dafür zu bezahlen, steht das Unternehmen bei Medienmachern in der Kritik.
Die Medienbranche sei zurzeit mit einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert. Google-Entwickler Krishna Bharat sagte, Fast Flip solle mit einer neuen Darstellungstechnik einen Beitrag zur Lösung leisten.
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amg/bla/news.de/ap