Phrasendreschen zwischen den Laken
Wollen Sie wissen, wie es bei dem Thema weitergeht?Wir informieren Sie gerne kostenlos.
Von news.de-Redakteur Florian Blaschke
Artikel vom 15.09.2009
Ina Küper und Marlene Burba wissen, was Frauen sich erhoffen, wenn es zur Sache geht. Sie haben 33 Sex-Geschichten gesammelt und daraus ein Buch gemacht. News.de-Redakteur Florian Blaschke hat es gelesen – aus Männersicht.
Ich soll etwas lernen können aus diesem Buch, behauptet der Klappentext, und zwar, was ich beim Sex alles richtig machen kann. «In der Regel müssen Männer für dieses Wissen ein Leben lang Erfahrung sammeln und lernen», sagt Ina Küper, eine der Herausgeberinnen von Bester Sex. 33 Frauen erzählen darin «ihre aufregendsten, unanständigsten und romantischsten Abenteuer».
Die Männer, die dafür gesorgt haben, dass diese 33 Frauen ihre Geschichten erzählen können – 32 Fälle immerhin handeln von Erfahrungen mit Männern – mussten offenbar nicht ein Leben lang lernen. Den meisten genügte etwa ein Drittel Lebenszeit, der älteste von ihnen ist «Buchfink», ein 42-jähriger Musiker aus Hamburg, der jüngste ist ein Kölner Student, 24 Jahre jung, namens Matthias.
Auch die 33 Frauen sind nicht gerade das, was man lebenserfahren nennt, dafür arbeiten nicht wenige von ihnen in hippen Berufen. Da gibt es die 24-jährige Kolumnistin aus Düsseldorf, diverse Journalistinnen, die 25-jährige PR-Beraterin aus Berlin oder die 30-jährige Modedesignerin aus München. Und ein gutes Dutzend Studentinnen. Immerhin eine Hausfrau ist dabei, 48, aus Paderborn.
Also vergesse ich das mit der Erfahrung erst einmal wieder und verdränge auch meinen Widerwillen, über eine so subjektive Erfahrung wie Sex etwas aus Büchern lernen zu wollen. Aus persönlichen Gesprächen, ja. Aus Erfahrung, mit Sicherheit. Aber durch Lesen?
Alle Geschichten haben eines gemein: Sie widersprechen allem, was bisher Klischee war. Allen Frauen, die behaupteten, guter Sex müsse nicht mit einem Orgasmus enden. Allen Frauen, die behaupteten, Pornografie spreche sie nicht an. Allen Frauen, die behaupteten, Fantasie sei das Wichtigste.
Denn mit Fantasie hat dieses Buch nun wirklich gar nichts zu tun. Alles an diesen 33 Geschichten wird benannt, beschrieben und bis ins Detail ausgereizt. Als liefe ein Film ab, schildern diese Frauen, beziehungsweise die Autorinnen, die die Geschichten aufgeschrieben haben, jedes Abenteuer, offenherzig, wie im Schnelldurchlauf, mehr als vier Seiten füllen sie selten.
Die Lektüre, die so viel versprochen hat, Erotik, Enthüllung, Romantik und nicht zuletzt das Lernen, ist ernüchternd. Obszön, fast schon plump kommt manche Geschichte daher, und am Ende der 230 Seiten bleiben vor allem Fragen. Ist das die Quintessenz der Emanzipation? Lässt sich Sex im 21. Jahrhundert, Sex aus Frauensicht, wirklich derart herunterbrechen? Und vor allem: Was sagt Alice Schwarzer dazu?
Es lässt sich nicht so recht ernst nehmen, was Ina Küper und Marlene Burba da verlegt haben. Zu oft bleibt einem das Lachen im Halse stecken, zu viele Phrasen werden da zwischen den Bettlaken gedroschen, zu sehr ähneln sich diese 33 Geschichten. Wüsste man nicht, dass die Herausgeberinnen auch Alley Cat, Deutschlands einziges Erotik-Magazin für Frauen verlegen, wüsste man nicht, dass auch die Zielgruppe dieses Buches vorrangig Frauen sind, man würde es schlicht für Pornografie halten.
Zumindest eines aber lässt sich dann doch aus diesem Buch lernen. Sollten Küper und Burba tatsächlich nicht nur Einzelbeispiele gesammelt haben, sollten diese 33 Geschichten stellvertretend für die Frau von heute stehen, so brauchen sich Männer zukünftig nicht mehr zu schämen, wenn sie sich mit ihren Freunden über Sex unterhalten. Sie können dann einfach die Freundinnen auch noch einladen – und etwas lernen.
Herausgeber: Ina Küper und Marlene Burba
Titel: Bester Sex
Verlag: Schwarzkopf & Schwarzkopf
Seitenzahl: 240 Seiten
Preis: 9.90 Euro
Erscheinungsdatum: 15. September 2009
Zum Thema
Thema verfolgen »
Artikel kommentieren
Ina Küper und Marlene Burba wissen, was Frauen sich erhoffen, wenn es zur Sache geht. mehr ...
Ina Küper ist Herausgeberin von Alley Cat, Deutschlands einzigem Erotikmagazin für Frauen. Nun folgt das mehr ...
Giulia Siegel lässt nun auch die letzten Hemmungen fallen. Nein, nicht für den Playboy, dort mehr ...
Na , dann ran . Vergessen Sie das Kondom bloß nicht . Wissen Sie , macht man dies nach einer Stopuhr ? Oder?Manche kennen mehr um die Männer ins Bett zu bekommen .Die haben es drauf über 100 Sachen zu präsentieren vom Sex . Ziehen sich schnell nackig aus ,steppen und dann gehen Sie an die Hose eines Mannes .Nicht meine Version ,sie stand im Internet . Es hatte jemand dies gespeichert .Na , so was macht man nicht . Verlangen Sie zum Schluß auch was ?
jetzt antwortenKommentar melden