Von news.de-Redakteur Timo Nowack
Eine Lieblingsplatte kann ich Ihnen nun wirklich nicht bieten. Da gibt es zu viele gute. Und: Würden Sie Ihr liebstes HipHop-Album mit ihrem Favoriten aus der Oldie-Plattenkiste in den Kampf um Platz eins schicken? Darum gibt es jetzt gleich drei Hörtipps.
Alben sind für mich Lebensabschnittsbegleiter. Sie kommen, sie gehen und einige wirklich gute bleiben. Aber eine einzige Lieblingsplatte? Nein. Auf die Frage «Wenn dir jemand alle deine Alben wegnehmen würde, und du dürftest nur eines behalten, welches wäre das?» habe ich bis heute keine Antwort gefunden. Zumindest keine, die länger als ein halbes Jahr Bestand hätte. Deshalb möchte ich Ihnen drei Platten ans Herz legen, aus drei völlig verschiedenen Musikrichtungen:
Die Quadratur des Kreises – Freundeskreis (deutscher HipHop):
Es brauchte für mich erst den Leistungskurs Geschichte in der Schule, um zu begreifen, wie politisch, klug und tiefgängig die Texte auf diesem Album wirklich sind. Leg dein Ohr auf die Schiene der Geschichte ist nicht nur ein Lied, sondern auch das Motto dieser Platte. Trotzdem sind auch weniger inhaltsschwere Tracks darauf zu finden, wie etwa der Hit Anna und der Groupie-Song Telefonterror. Musikalisch ergänzen die sanften Gesangsstimmen von Cassandra Steen und Deborah den Sprechgesang von Max Herre und Co. Deutscher HipHop muss eben nicht immer aggro sein.
Interpret: Freundeskreis
Titel: Die Quadratur des Kreises
Plattenfirma: Four Music (Sony Music)
Erscheinungsdatum: 1997
Antigone von Heaven Shall Burn (Hardcore):
Wer keine harte Gitarrenmusik mit mehr Geschrei als Gesang mag, kann an dieser Stelle zur nächsten Platte springen. Wer allerdings Hardcore liebt, kommt an Antigone nicht vorbei. Lied Nummer zwei The weapon they fear gibt die brutale Marschrichtung für den Rest des Albums vor. Das gewisse Etwas bekommt die Platte durch ein Intro, ein Outro und ein Zwischenstück eines isländischen Klassik-Komponisten. Sie bieten dem Ohr neben den brachialen Hardcore-Stücken kleine Ruhepausen, so dass man das Album wunderbar in einem Rutsch durchhören kann. Dabei ist Antigone so gut und dicht produziert, dass mich die Band mit dem Album live enttäuscht hat – sie schaffte es einfach nicht, die Lieder auf dem Niveau und mit der Intensität zu spielen, die ich von der Platte gewohnt war.
Interpret: Heaven Shall Burn
Titel: Antigone
Plattenfirma: Century ME (EMI)
Erscheinungsdatum: 2005
Pulp Fiction (Soundtrack):
Mit älteren Bands und Platten ist das so eine Sache: Die Doors gehören in meine jugendliche Pseudo-Partyexzessphase, die lange vorbei ist. Simon & Garfunkel sind mir mittlerweile zu melancholisch. Im Moment hat es mir Johnny Cash angetan, aber auch das lässt sicherlich nach. Bis heute durchgängig wohl am besten gefällt mir aus der «Oldie»-Kategorie der Soundtrack zum Quentin-Tarantino-Film Pulp Fiction. Jungle Boogie von Kool & The Gang, Son of a Preacher Man von Dusty Springfield und der Jack Rabbit Slim Twist Contest von Chuck Berry sind genauso großartig zum entspannten Zuhören wie zum Tanzen geeignet. Zusammen mit den coolen Filmsprüchen von John Travolta, Samuel L. Jackson und Bruce Willis ergibt das ein unvergessliches Album.
Interpret: Diverse
Titel: Pulp Fiction Soundtrack
Plattenfirma: Mca (Sony Music)
Erscheinungsdatum: 1994