Gedruckte Seelen
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Von news.de-Redakteurin Mandy Hannemann
Artikel vom 20.09.2009
Eine nebensächliche Alltäglichkeit. Um es mit einem Wort zu sagen: Es gibt Dinge, über die es sich lohnt - und wenn alle so denken, dann ist es meist schon zu spät. Denken Sie einmal genau darüber nach. Heute: Bücher.
Für manchen gehören Bücher zu den frühesten Kindheitserinnerungen. Auf ihnen ließ sich prima rumkauen. Bitte nicht in Ohnmacht fallen, gemeint sind natürlich die Bilderbuchexemplare aus gummiartigem Plastik. Ein paar Jahre späten gerieten dann die hartpappigen Geschichtenerzähler in die Kinderfinger. Und spätestens dann konnten sich Neugierige dem Buchstabenwerk nicht mehr entziehen.
Ob dicke oder dünne Wälzer, ist eine Frage der Vorliebe. Oft genug aber ist das abhängig davon, wie gut oder schlecht die Geschichte ist. Bücher lassen einem die Wahl. Sie drängen sich nicht auf. Und wenn man sie nicht gleich versteht, verzeihen sie das. Immerhin kann sich der Lesefan auch später noch vorknöpfen, was ihm zunächst verschlossen bleibt.
Vor allem aber steckt in vielen Seiten mehr als die Geschichte, die sie erzählen und das Wissen, das sie vermitteln. Für manchen haben sie eine Seele. Doch viel eher sind sie selbst Seelen, gedruckte Seelen. Denn sie erzählen von Erinnerungen, spiegeln die Fantasie ihrer Erschaffer wider, berichten von dem, was Menschen am Herzen liegt. Und sie werden älter, reifer - vergilben.
Bücher sind nicht nur Papier und Buchstaben. Sie sind Hass und Liebe, Leben und Tod, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Sie sind Realität und zugleich Fiktion, mal dick, mal dünn, mal leichte Kost und dann wieder schwer verdaulich.
Und sie sind Meilensteile auf dem Weg des Lebens. Denn wer seine Bücher liebt, sammelt sie. Bis kein Platz an den Wänden der Wohnung frei geblieben ist - und manchmal darüber hinaus. Doch jedes Buch erinnert auch an vergangene Tage, an die Momente, in denen sie zum ersten Mal in die Hand genommen wurden. Sie sind die gedächtnishaften Bilder trauriger Momente, in dem eine Geschichte ablenkt. Und oft genug findet sich zwischen den Seiten mancher Schatz: der Brief eines Freundes, eine längst vergessene Fotografie.
iwi/news.de
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Eine nebensächliche Alltäglichkeit. Um es mit einem Wort zu sagen: Es gibt Dinge, über die mehr ...
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Eine nebensächliche Alltäglichkeit. Um es mit einem Wort zu sagen: Es gibt Dinge, über die mehr ...
Eine nebensächliche Alltäglichkeit. Um es mit einem Wort zu sagen: Es gibt Dinge, über die mehr ...
Hat man - sagen wir: die Buddenbrooks als Datei(ensammlung) auf dem Computer, dann kann man leicht die Eigentümlichkeiten des Romans (in unserem Fall beispielsweise die Leitmotivtechnik Th. Manns) verifizieren. Hat man sie in Buchform, dann kann man sie mit ins Bett, in den Bus, in die Bahn, an den Strand usw. nehmen. Das E-Book ist hier - das ist meine feste Überzeugung - (noch) kein vollwertiger Ersatz (ganz abgesehen davon, dass das Angebot noch nicht so breit ist und dass es noch recht teuer ist).
jetzt antwortenKommentar meldenEin wundervolles Plädoyer für das Buch. Auch das e-book kann das gedruckte Buch nicht verdrängen. ... in die Hand nehmen... blättern... anstreichen, unterstreichen, Randkommentare in allen Farben... Ich könnte auf meinem Inselparadies nicht leben, gäbe es da nicht Amazon, der mir meine ausgewählten Bücher sendet...und schreiben lohnt sich auch noch immer, um Menschen zu erreichen... bin gerade dabei... schreib mir mal , wer Lust dazu hat www.alexa-rostoska.com
jetzt antwortenKommentar meldenNa, wenn das so ist - dann lohnt sich ja das Schreiben. Und ich glaubte bereits, Fernsehen, Kino und Computer hätten dem Buch den Garaus gemacht.
jetzt antwortenKommentar meldenBücher...der Mensch hat viel erfunden,aber das ist das Genialste.Egal wie weit die Entwicklung geht, Bücher wird es immer geben, da bin ich mir sicher.Schon das Ritual des Anfassens und Aufschlagens und Hineinschauens...braucht es Worte?Geschriebene Worte sind wie Musik, man kann sie immer wieder lesen, wenn sie einem zusagen, und das ist richtig so. Die Kulturtechnik - das Lesen- welch eine wichtige Prämise im Leben!
jetzt antwortenKommentar meldenKino / Video / TV: kann ich drauf verzichten... Computer: wenn es sein muß, auch darauf! Aber ohne (meine) Bücher versuchen zu leben? NIEMALS! Wenn es gar nicht mehr anders geht, wird eine kurze Lesepause eingelegt für Ernährung, Toilette etc. Aber im Vergleich zum Kontakt mit den Seelen (treffende Formulierung im Artikel) der Bücher ist das alles nicht wirklich lebenswichtig. Auf jeden Fall (für mich) aber sinnlos!
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