«Keine Entscheidung gegen die ARD»
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Seit Monaten wird spekuliert, ob Jörg die Pilawa von der ARD zum ZDF wechselt, nun gibt es Gewissheit. Nach eigenen Angaben wartet der Mainzer Sender nur auf den Vertragsabschluss und bietet dem 43-Jährigen unter anderem eine wöchentliche Late-Night-Show.
Das Tauziehen um Jörg Pilawa (43) zwischen ARD und ZDF scheint beendet: Der Fernsehmoderator wechselt nach einem Bericht des Branchendienstes Kress Report vom Ersten zum Zweiten. Aus ARD-Kreisen hieß es, Pilawa werde seinen zum 30. April 2010 auslaufenden Vertrag mit der ARD-Tochter Degeto nicht verlängern. Das ZDF bestätigte, dass die Vertragsgespräche zwischen dem ZDF und Jörg Pilawa kurz vor einem Abschluss stünden.
Das ZDF biete Pilawa eine wöchentliche Late-Night-Sendung und Primetime-Shows an. Programmdirektor Thomas Bellut geht davon aus, dass der Vertrag in den nächsten Tagen unterschrieben werden kann. «Wir führen sehr gute Gespräche und ich bin zuversichtlich, dass der Vertrag in den nächsten Tagen unterschrieben wird», sagte Programmdirektor Thomas Bellut. Pilawa sei einer der profiliertesten und beliebtesten Moderatoren in Deutschland, «der unsere Spitzenriege mit Thomas Gottschalk und Markus Lanz hervorragend ergänzen würde».
Auch Pilawa selbst hat seinen Weggang von der ARD bestätigt. Er habe seinen Vertrag mit der ARD nicht verlängert, teilte der 43-Jährige auf Anfrage mit. «Diese Entscheidung ist keine Entscheidung gegen die ARD, sondern eine Entscheidung für einen neuen Lebensabschnitt. Und der beginnt für mich mit einer TV-Pause bis circa Herbst 2010.» Zugleich betonte er, es sei richtig, dass er «in fruchtbaren Gesprächen mit dem ZDF» sei.
Pilawa gilt bei der ARD als Quotengarant: Das Quiz am Vorabend beschert der ARD die besten Quoten innerhalb des schwachen Vorabendprogramms, außerdem präsentierte er einige erfolgreiche Samstagabendshows. Welche Sendungen und Formate der 43-Jährige beim ZDF übernehmen könnte, stehe noch nicht fest, hieß es. Auf jeden Fall würde Pilawa die Lücke füllen, die Johannes B. Kerner beim ZDF mit seinem Wechsel zum Privatsender Sat1 gerissen hat.
Von Oktober an wird zunächst Markus Lanz zwei der frei gewordenen Kerner-Termine am Mittwoch und Donnerstag übernehmen. Ob Pilawa dann möglicherweise für den Sendeplatz am Dienstag in Frage kommt oder ob die Karten ganz neu gemischt werden, ist noch offen. Pilawa könnte auch mehrere Abendtermine bestreiten, an denen bisher Kerner-Shows wie aus der Reihe Die besten ... liefen. Als gesichert gilt nur, dass er nicht so viele Termine wie in der ARD besetzen werde.
Für die ARD bedeutet ein Pilawa-Abgang ein herber Verlust, denn der gebürtige Hamburger war mit dem fast täglichen Quiz der einzige, der den maroden ARD-Vorabend zusammengehalten hat. Vor Pilawa hatte bereits Oliver Pocher ebenfalls seinen Abschied von der ARD verkündet; er wird bei Sat1 eine Late-Night-Show übernehmen. Pilawa, seit 1999 bei der ARD engagiert, war schon länger mit den Arbeitsbedingungen und den langen Entscheidungsprozesse in der ARD unzufrieden. Auch seine letzte Vertragsverlängerung im Jahr 2007 kam nur nach zähen Verhandlungen zustande.
Bevor Pilawa seine Sendungen im nächsten Jahr übergibt - als Quiz- Moderator wurde bereits der Name Sven Lorig ins Spiel gebracht - muss die ARD noch ein anderes Problem klären: Am 20. Oktober soll auf dem 18.50-Uhr-Sendeplatz das Nachfolgeformat der gescheiterten Serie Eine für alle anlaufen - direkt vor Pilawas Quiz.
Pilawa war im April 2001 nach acht Jahren bei Sat1 zur ARD gewechselt. Bei dem Privatsender hatte er 1993 als Nachrichtenredakteur in der Bundesliga-Sendung Ran begonnen. Den Durchbruch erzielte er 1998 als Nachfolger von Johannes B. Kerner mit seiner Talksendung am Nachmittag.
bla/voc/news.de/dpa/ap/ddp
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