Ein Sexsymbol wird 60
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Von Susann Huster
Artikel vom 31.08.2009
Vom Latin Lover über den bestechlichen Cop bis hin zum Kriegsreporter in Bosnien: Richard Gere hat im Laufe seiner erfolgreichen Hollywood-Karriere schon in vielen Charakterrollen geglänzt. Heute feiert der Frauenschwarm seinen 60. Geburtstag.
Einem Millionenpublikum aber ist der Schauspieler vor allem als Millionär Edward Lewis in der Komödie Pretty Woman (1990) bekannt geworden. Obwohl inzwischen ergraut, hat der Frauenschwarm bis heute nichts von seiner Anziehungskraft verloren.
Als zweites von fünf Kindern wurde Richard Tiffany Gere am 31. August 1949 als Sohn eines Versicherungsvertreters und einer Hausfrau in Philadelphia geboren. Er wuchs in einer Farm bei Syracuse (New York) auf und lernte frühzeitig, Trompete, Gitarre und Klavier zu spielen. Trotz seiner Affinität zur Musik und zur Schauspielerei begann Gere zunächst ein Philosophiestudium an der Universität von Massachusetts, brach das jedoch nach zwei Jahren ab und widmete sich dann vollends seinem Traumberuf - der Schauspielerei.
Er bekam Theaterrollen in Broadway-Produktionen und wirkte 1973 in der Londoner Inszenierung des Musicals Grease mit. Kaum beachtet blieb zwei Jahre später Geres Filmdebüt in Report to the Commissioner. Mit dem jungen Marlon Brando wurde der talentierte Schauspieler in seiner Rolle als Homosexueller in einem deutschen KZ in dem Theaterstück Bent verglichen. Der ganz große Durchbruch zum Hollywoodstar gelang Gere 1980 mit dem Film American Gigolo, der in den deutschen Kinos und später mehrfach im Fernsehen unter dem Titel Ein Mann für gewisse Stunden lief.
Nach seinem zweiten Erfolgsstreifen An Officer and a Gentleman im Jahr 1982 wurde es zunächst etwas ruhiger um den Hollywood-Beau. Mehrere seiner Filmprojekte floppten, bevor er 1990 an der Seite von Julia Roberts mit Pretty Woman und in seiner Rolle als bestechlicher Polizist in dem Thriller Internal Affairs wieder ganz oben in den Kino-Hitlisten landete.
Seither spielt der Mann mit dem bezaubernden Lächeln in der höchsten Liga in Hollywoods Traumfabrik. An der Seite von Kim Basinger in dem Thriller Eiskalte Leidenschaften und von Jodie Foster in dem Südstaatenepos Sommersby begeisterte Gere in den 1990er Jahren auch in Deutschland Millionen Kinofans.
Nie wollte sich der Traummann aus Pretty Woman allerdings auf die Rolle des Schönlings beschränken lassen. Gere bewies unter anderem als Ritter Lancelot in dem Film First Knight und mit der Darstellung eines publicitysüchtigen Staranwalts in dem Gerichtsstreifen Zwielicht seine schauspielerische Vielfalt. Gegen Ende der 1990er Jahre reagierten die Kritiker eher zurückhaltend auf Filme wie Der Schakal oder das wiederbelebte Film-Traumpaar Roberts und Gere in dem eher farblosen Hollywoodfilm Die Braut, die sich nicht traut.
Mit einem Golden Globe als bester Hauptdarsteller wurde Gere 2002 in der Oscar-prämierten Musical-Verfilmung Chicago ausgezeichnet und krönte damit seine damals länger als 20-jährige Hollywoodkarriere. Mittlerweile hat er etwa 40 Filme gedreht. Während seiner vierjährigen Ehe mit Topmodel Cindy Crawford, die 1995 geschieden wurde, bekannte sich der protestantisch erzogene Gere zum Buddhismus.
Seit einer Nepal-Reise im Jahr 1978 ist Gere ein Anhänger der östlichen Spiritualität. Bei vielen Gelegenheiten nutzte der Freund des Dalai Lama seine Prominenz, um die Weltöffentlichkeit auf die Lage in Tibet aufmerksam zu machen. Sein couragiertes Plädoyer für die Freiheit des Himalaya-Staates bei der Oscar-Verleihung 1993 brachte Gere in China den Ruf einer Persona non grata ein. Auch seine zweite Frau - Schauspielerin Carey Lowell - mit der er seit 2002 verheiratet ist und einen neun Jahre alten Sohn hat, ist Anhängerin des buddhistischen Glaubens.
Auch wenn Gere sich nach eigenen Worten mittlerweile ein wenig zu alt fühlt, um ein Sexsymbol zu sein, lässt er sich weiter gern von Frauen umschwärmen. Als ihm eine junge Journalistin erzählt habe, dass es in ihrer Familie drei Generationen gebe, die ihn anhimmelten - ihre Großmutter, ihre Mutter und sie selbst, sei er «echt gerührt» gewesen, verriet Gere vor einiger Zeit in einem Interview.
juz/kat/news.de/ddp
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