Von news.de-Redakteur Christian Vock
Mit LOL kommt jetzt ein französischer Teenagerfilm in die deutschen Kinos. Es geht um die erste Liebe, Stress mit den Eltern und den ganzen anderen Pubertätskram. In der Hauptrolle ist Sophie Marceau zu sehen. Aber Moment mal! Kennen wir das nicht?
Gehen wir zunächst einmal zurück ins Jahr 1980. Damals sorgte die kleine Sophie Marceau in ihrer ersten Fernsehrolle für großes Aufsehen. La Boum – Die Fete hieß der französische Streifen um die 13-jährige Vic, die mit Anlauf in die Pubertät springt – mit allem, was dazugehört: Der ersten Liebe, dem ersten Liebeszoff, Stress mit den Eltern, et cetera, et cetera. Der Film schlug seinerzeit ein wie eine Bombe und gilt bis heute als die Mutter aller Teenagerfilme. Sophie Marceau wurde ein Star und ist für viele immer noch die kleine Vic von damals – trotz einer inzwischen beachtlichen Filmkarriere. La Boum war bis vor kurzem noch immer der Vorzeigefilm, wenn es um die Probleme Heranwachsender geht.
Doch die Zeiten haben sich geändert. Zumindest ein wenig. 30 Jahre später sind die Sorgen und Nöte der Teenies nicht kleiner geworden, nur anders. Grund genug für Regisseurin Lisa Azuelos, wieder einen Teenagerfilm zu drehen. Und bei LOL ist auch Sophie Marceau wieder dabei, doch diesmal in der Rolle der Mutter. Und als die hat sie mit den gleichen Problemen zu kämpfen, wie damals ihre Filmeltern. Nur eben in die heutige Zeit transferiert.
Und in der sitzt die pubertierende Tochter Lola (Christa Theret) nicht mehr stundenlang am Telefon und blockiert die Leitung, sondern steht mit ihren Altersgenossen in ständigem ICQ- und SMS-Kontakt. Ganz zeitgemäß ist Marceau eine alleinerziehende Mutter, die sich mit dem Vater der gemeinsamen Kinder nur noch zu heimlichen Schäferstündchen trifft. Dazwischen steht sie fest im Beruf, raucht ab und an einen Joint und versucht das ganz alltägliche Chaos mit ihrer Tochter in den Griff zu bekommen.
Lola wiederum, die von ihren Freunden nur LOL genannt wird (Abkürzung für «Laughing Out Loud», zu deutsch «totlachen»), trifft die Pubertät mit voller Wucht: Ihr Freund Arthur (Félix Moati) eröffnet ihr nach den Ferien, sie betrogen zu haben, in ihr erwachen Gefühle für dessen besten Freund Maël (Jérémy Kapone), eine Blondine stört die Harmonie in der Clique und die Frau Mama liest auch noch ihr Tagebuch. Kurz, der ganz normale Teeniewahnsinn.
Azuelos strickt aus all dem mehr oder weniger eine Handlung zusammen. Zwar hat sie dafür durchaus einen roten Faden genommen, was dabei herauskommt, ist für den Film aber eigentlich genauso belanglos wie die Pickelchen auf den Teenagernasen. Das macht aber überhaupt nichts, denn der Herzschlag des Films wird nicht durch großartige Spannung aufrecht erhalten, sondern durch die vielen kleinen amüsanten Szenen. Richtig charmant wird es vor allem immer dann, wenn der Film mal mehr, mal weniger offensichtlich mit La Boum kokettiert. Etwa wenn in einer Supermarktszene leise der Kulthit Dreams von Richard Sanderson aus dem Originalfilm durch die Lautsprecher schmalzt. Ansonsten findet LOL seine eigene Sprache, über die Teeniezeit zu erzählen, ohne zum Abklatsch von La Boum zu werden.
Totgelacht haben, wird man sich am Ende zwar nicht, für viele kleine Schmunzler und eine große Portion Filmnostalgie reicht LOL aber allemal. Umso schöner, dass Sophie Marceau diesen Spaß mitgemacht hat und wer weiß, vielleicht sieht man sie ja in 30 Jahren in der Rolle der Großmutter wieder, die auch hier der pubertierenden Enkeltochter mit gutem Rat zur Seite steht. Wir würden uns freuen.
Titel. LOL
Regie: Lisa Azuelos
Darsteller: Sophie Marceau, Christa Theret, Jocelyn Quivrin, Alexandre Astier
Filmlänge: 103 Minuten
FSK: ohne Altersbeschränkung
Start: 27. August 2009