Die Venezolanerin Stefania Fernández ist zur Miss Universum 2009 gewählt worden. Damit hat zum zweiten Mal in Folge eine Kandidatin aus Venezuela den Titel gewonnen. Für den Skandal der Miss-Wahl sorgte ihre Kollegin aus Peru oder besser: deren Tracht.
Mehrere Millionen Menschen weltweit verfolgten im Fernsehen die von der Miss Universe Organisation des US-Milliardärs Donald Trump veranstaltete Wahl im Atlantis Hotel auf den Bahamas. Die deutsche Kandidatin Martina Lee (24) hatte es nicht bis in den letzten Wettbewerb am Sonntag geschafft. Sie lag weit abgeschlagen auf einem der hinteren Plätze.
Unter den letzen fünf Finalistinnen, 83 waren insgesamt angetreten, waren drei aus Lateinamerika, neben der Venezolanerin (18) die Kandidatinnen aus der Dominikanischen Republik und Puerto Rico. Außerdem schafften es die Schönheiten aus Bosnien und Australien in die letzte Runde. Die Chinesin Wang Yangjao wurde in der Kategorie Sympathie ausgezeichnet und Miss Thailand Chutima Durongdej erhielt eine Anerkennung für die beste fotogene Erscheinung. Donald Trump sagte über die letzten Fünf: «Ich glaube, das ist die schönste Gruppe von Frauen, die ich je in meinem Leben gesehen habe.»
Mit der Venezolanerin Stefania Fernández gewann zum ersten Mal ein Mädchen aus dem selben Land wie ihre Vorgängerin den begehrtesten Miss-Titel der Welt. Doch eine wirkliche Überraschung ist das nicht: In keinem anderen Land der Welt spielen Miss-Wahlen so eine große Rolle wie hier, kein Land bringt so viele Schönheitsköniginnen hervor wie Venezuela. Sechs Mal kam die Miss Universe aus dem lateinamerikanischen Land, jeweils fünf Mal wurden Venezolanerinnen zur Miss World und zur Miss International gekürt.
Doch zu jeder Miss-Wahl gehört nicht nur eine mit Tränen kämpfende Siegerin, sondern auch ein Skandal. Dieses Jahr lieferte eine der landestypischen Trachten, in denen sich die Frauen der Jury präsentieren mussten, den Stein des Anstoßes: Die peruanische Teilnehmerin trug ein weißes kurzes Kleid, bestickt mit bunten Motiven, einen riesigen Feder-Kopfschmuck und einen bunten Umhang und löste damit eine diplomatische Krise aus.
Denn Bolivien beansprucht die Tracht für sich. Peru ist sich dagegen keiner Schuld bewusst, nach ihren Angaben handelt es sich bei der Tracht der «Diablada», eine Allegorie des Teufels, um ein kulturelles Erbe der gesamten Andenregion und nicht eines einzelnen Staates. Das bolivianische Kulturministerium sieht dies wohl anders und beschwerte sich bei den Veranstaltern des Miss-Universum-Wettbewerbs. Sogar den Gerichtshof in Den Haag wolle man einschalten, wenn Peru nicht einlenken wolle. Doch da die peruanische Teilnehmerin nicht unter die ersten vier kam, wird sich auch trotz dieses Skandals nichts mehr am Ergebnis der Wahl ändern.
Fernsehzuschauer in Deutschland können am Dienstag einen Zusammenschnitt der Show sehen (20.15 Uhr, im TV-Sender Das Vierte).