Von news.de-Redakteur Michael Kraft
Die Jugend sucht sich selbst – und Antworten auf die großen Fragen des Lebens. Die Chefredakteure der Zeitschrift «Neon» geben ihnen nun ein Handbuch mit auf den Weg.
In einem Alter, in dem man früher als erwachsen galt, darf man sich heute noch ungestraft wie ein Teenager benehmen. Anders als in der «Generation Golf» gibt es nicht nur eine Verschiebung der Lebensalter, es gibt auch keine Sicherheit der Lebensentwürfe mehr. Man kann das die «Krisenkinder» nennen oder die «Generation Praktikum». Michael Ebert und Timm Klotzek sagen dazu «Generation Neon». Sie sind Chefredakteure des Magazins, und nun haben sie für ihre Klientel auch ein Buch geschrieben.
Planen oder treiben lassen? lautet der Titel – und die entscheidende Frage. Im Konflikt zwischen genau kalkulierter Vorsorge und dem blauäugigen Genießen des Jungseins sieht Klotzek «das Schlüsselthema der jungen Generation». Das Buch vertiefe das Lebensgefühl der Zeitschrift.
In der Tat erinnert vieles an die Themen, die Neon Monat für Monat aufgreift. Das Verhältnis zu den Eltern, die ersten Schritte im Arbeits- und die Fallstricke im Liebesleben – all dies wird hier behandelt.
Die Stärke des Buches ist nicht nur eine große Lebensnähe durch Erfahrungsberichte und kleine Anekdoten aus dem Alltag. Sondern auch, dass die Beobachtungen von Leidensgenossen und die Empfehlungen des gesunden Menschenverstands ergänzt werden durch viele aktuelle Studien aus der Wissenschaft. Neben der Frage «Was soll aus mir werden?» wird so auch die Frage «Wohin bewegt sich die Gesellschaft?» beantwortet. Oder, wie eine Rubrik in Neon heißt: «In was für einer Welt leben wir eigentlich?»
Auch anderes dürfte Neon-Lesern bekannt vorkommen: Bei der Frage, welche Versicherungen man eigentlich braucht, kommt das in bewährter Manier als «A – Z» daher, auch die Vorliebe zu Listen und die humorvolle Schreibe des Magazins finden sich wieder.
Fragen wie «Soll ich im Internet nach der großen Liebe suchen?» oder «Soll ich an meinem 30. Geburtstag eine erste Lebensbilanz ziehen?» beantworten die Autoren natürlich meist mit einem Sowohl-als-auch. Trotzdem ist das Buch auch für all jene eine amüsante und erhellende Lektüre, die nicht gerade in einer Lebenskrise stecken. Zudem gibt es das Gefühl, dass man mit seinen Sorgen nicht allein dasteht. Und das ist ja schon einmal beruhigend.
Titel: Planen oder treiben lassen?
Autoren: Michael Ebert und Timm Klotzek
Verlag: Heyne
Umfang: 272 Seiten
Preis: 17,95 Euro
Erscheinungsmonat: Mai 2009