Einer für alle
Wollen Sie wissen, wie es bei dem Thema weitergeht?Wir informieren Sie gerne kostenlos.
Egal welche Website, irgendwo findet sich immer ein Feld, auf dem «Einloggen» steht. Mit jedem neuen Passwort und jedem neuen Benutzernamen allerdings wächst der virtuelle Papierkram. Universallogins sogenannter Single-Sign-On-Dienste schaffen Abhilfe.
Ältester und bekanntester Single-Sign-On-Dienst ist OpenID. Das amerikanische Projekt wird seit 2005 entwickelt und hat, nachdem auch Facebook den Dienst im Mai implementiert hat, mehr als 550 Millionen aktive Konten weltweit.
Die meisten Internetnutzer haben ohne ihr Wissen bereits eine OpenID-Idendität: Wer auf Portalen wie MySpace oder Yahoo angemeldet ist, zum Beispiel. Über eine URL werden Nutzerdaten wie Name und Profilbild extern gespeichert. Ob und welche OpenID-URL Internetnutzer haben, können sie auf der Seite des Projektes einsehen. Wer keine OpenID-URL hat, kann sie zum Beispiel bei ClaimID erstellen und verwalten.
Wird OpenID zum Login auf neuen Websites verwendet, werden die Daten automatisch übertragen – allerdings nur Benutzername und Bild. Das trifft auf fast alle Single-Sign-On-Dienste zu. Alle anderen Daten unterscheiden sich von Portal zu Portal stark. Außerdem hat der Nutzer so die Möglichkeit, sich mit weiteren Angaben jeweils den Datenschutzeinstellungen des Portals anzupassen.
Obwohl OpenID von der Fachwelt gefeiert wurde, schaffte es nie wirklich den Durchbruch: Die Technik ist zu komplex, das dezentrale Speichern und Transportieren von Nutzerdaten untransparent und deutsche Nutzer müssen sich im Zweifel mit der englischsprachigen Seite auseinandersetzen. Bequemer und massentauglich wurde Single-Sign-On erst mit Facebook Connect und über den weit vebreiteten Google-Account.
Nachteil beim Dienst von Facebook: Der Nutzer muss einen Facebook-Account haben, was bisher nur auf zwischen drei und fünf Millionen Deutsche zutrifft. Auf vielen Seiten reicht dann aber ein Klick auf das Facebook-Zeichen zum Login, das beispielsweise auf bild.de oder dem Videoportal Vimeo zu finden ist. Manchmal muss vor dem Übertragen von Benutzername und Profilbild die eigene Emailadresse eingeben werden, ein Passwort ist nicht nötig.
Automatisch nach Kontakten auf neuen Portalen sucht Google. Zumindest, wenn man ein Profil beim Suchmaschinenriesen mit einer Googlemail-Adresse hat. Wer sich zum Beispiel bei Twitter anmeldet und die Adresse angibt, bekommt anhand seiner Google-Kontakte Twitternutzer vorgeschlagen, die er kennen könnte. Eine weitere Stufe zündet Google mit Friend Connect, das es seit dieser Woche auch auf Deutsch gibt. Hier können Netzwerkdaten wie Kontakte, Hobbies und Beruf verwaltet und auf andere Anbieter, zum Beispiel die vieler Blogs, übertragen werden.
Auch wenn sich viele deutsche Portale der Verwaltung des Profils unter einem einzigen Login aus Wettbewerbsgründen nicht öffnen wollen: Gerade für Menschen, die das Internet intensiv nutzen, lohnt sich Single-Sign-On. Wer gern und schnell neue Angebote und Portale ausprobiert, erspart sich so das Ausfüllen vieler lästiger Pflichtfelder bei der Anmeldung. Wer seine gesamte virtuelle Idendität verwalten und präsentieren will, für den sind umfassendere Tools wie eben Friend Connect oder MyOnID das richtige.
voc