Von news.de-Redakteurin Mandy Hannemann
Pay-TV in Deutschland soll sich wandeln – und lukrativ werden. Deshalb fällt für den Bezahlfernsehsender Premiere nun der letzte Vorhang. Und es heißt: Vorhang auf für Sky. Doch was hat eigentlich König Kunde davon?
Um Mitternacht am 4. Juli geht das Logo Premiere zum letzten Mal über den Sender. Danach firmiert Deutschlands bekanntestes Pay-TV-Programm unter dem Namen Sky. Rein vertraglich soll sich für die Kunden allerdings nichts ändern. «Bestehende Verträge laufen weiter und auch deren Preise bleiben erhalten», sagte Premiere-Unternehmenssprecher Torsten Fricke auf Anfrage von news.de.
Wer also einen Einjahresvertrag abgeschlossen hat oder noch einer der wenigen Premiere-Gucker mit Zweijahresvertrag ist, kann ganz beruhigt weiter schauen. Läuft der Vertrag aus, melde sich der Kundenservice, so Fricke. Es bestehe aber auch die Möglichkeit, schon jetzt freiwillig zum neuen Pay-TV zu wechseln. Das lohne sich, meint der Unternehmenssprecher: «Mit dem Start von Sky gibt es sieben neue HD-Kanäle. Ein solches Angebot hat es bislang in Deutschland und Österreich nicht gegeben.»
Wechselwillige haben die Wahl unter fünf Paketen. Günstigste Variante ist das Basisprogramm Sky Welt mit 21 Sendern, darunter Motorvision TV, Spiegel Geschichte, Sky Krimi, Fox, TNT Serie und National Geographic, aber auch Kinderprogramme wie Disney Channel oder Playhouse Disney. Zusätzlich lassen sich die Pakete Sky Film, Sky Sport und Sky Fußball Bundesliga buchen. Abhängig davon, welche Kombination der Kunde wählt, kostet das zubuchbare Sky HD fünf oder zehn Euro. Dafür gibt es dann die Sender Sky Cinema HD, Disney Cinemagic HD, Sky Sport HD, Discovery HD, National Geographic HD, History HD sowie Eurosport HD. Die Versorgung mit allem, was Sky bietet, kostet 59,90 Euro.
Bundesliga-Fans müssen künftig tiefer in die Tasche greifen. Zahlten sie bisher 19,99 Euro müssen künftig 32,90 Euro auf den Tisch gelegt werden. Das Premiumangebot Sky Fußball Bundesliga nämlich lässt sich nicht mehr einzeln, sondern nur noch zusammen mit dem Basispaket buchen. «Das ist zwar teurer, dafür bekommen die Kabel-Abonnenten aber 20 Sender mehr und Sat-Kunden sogar 40», sagt Fricke.
Wer an Sky vorbei will, kann die Bundesliga auch bei T-Home verfolgen. Das sogenannte Liga-total-Angebot kostet monatlich 14,95 Euro. Dazu buchen kann das allerdings nur, wer monatlich bereits 44,95 Euro für das Triple-Play-Paket Entertain bezahlt.
Technische Veränderungen soll es nach der Umstellung auf Sky vorerst nicht geben. Alle Receiver mit den Verschlüsselungssystemen NDS und Nagra sollen wie gewohnt laufen. Neue Sky-Kunden erhalten einen Receiver mit NDS. «Wir werden aber auf lange Sicht eigene Receiver für Sky präsentieren, über kurz oder lang auch mit HD-tauglichen Festplatten», sagt Fricke.
Mitte Mai hatte Premiere das eigene Aus und den Übergang in Sky bekannt gegeben. Der neue Weg soll das Pay-TV-Unternehmen, dessen Verlust auf mehr als 80 Millionen Euro beziffert wird, aus dem anhaltenden Sturzflug holen.
bla