Nächtliche Mahnwachen und Ehrungen aus aller Welt: Mit Trauer und Bestürzung haben Fans, Kollegen und Freunde die Nachricht vom plötzlichen Tod des Pop-Stars Michael Jackson aufgenommen.
Noch bevor sein Tod offiziell bestätigt war, strömten schon Würdigungen und Trauerbekundungen für den King of Pop ein. «Ich bin so sehr traurig und verwirrt, erfüllt mit allen möglichen Emotionen. Das ist ein so massiver Verlust in so vieler Hinsicht, mir fehlen die Worte», sagte Lisa Marie Presley, Tochter von Elvis Presley und ehemalige Frau von Michael Jackson.
Auch Pop-Ikone Madonna zeigte sich bestürzt «Ich kann bei dieser traurigen Nachricht nicht aufhören zu heulen. Ich habe Michael Jackson immer bewundert. Die Welt hat einen ihrer Großen verloren, aber seine Musik wird immer weiterleben.» Liz Taylor dagegen, eine der engsten Freundinnen Jacksons, soll so am Boden zerstört sein, dass sie derzeit nicht in der Lage ist, ein Statement abzugeben.
Auch auf dem berühmten Rockfestival im englischen Glastonbury war die Nachricht von Jacksons Tod wichtiger als jede Band. «Jeder rennt herum und fragt, hast du es schon gehört? Michael Jackson ist wie Kurt Cobain für Leute meiner Generation. Er ist zentral für unsere Generation», sagte Musikfan David Harris.
Orte aus Michael Jacksons Leben wurden noch in der Nacht zu Pilgerstätten. Vor dem legendären New Yorker Apollo-Theater, in dem der junge Jackson 1969 mit einem Talentwettbewerb seine Karriere gestartet hatte, versammelte sich eine Menschenmenge. «In Erinnerung an Michael Jackson, eine wahre Apollo-Legende», leuchtete als Schriftzug auf dem Gebäude auf.
In Los Angeles strömten hunderte von Fans zu dem Krankenhaus, wo Jackson am Donnerstag für tot erklärt wurde. Auch vor der Nobelvilla in Holmby Hills, in der Jackson vermutlich einen Herzstillstand erlitt, erwiesen ihm Hunderte die letzte Ehre. Wie der Internetdienst TMZ.com berichtete, wurden ein Dutzend Touristen in einem Reisebus Augenzeugen von Jacksons Abtransport im Krankenwagen. Sie hatten vor dem Tor des Anwesens Fotos geschossen, als die Ambulanz den todkranken Star abholte.
Online gab es Trauer und Betroffenheit im Sekundentakt: Mehr Tweets pro Sekunde zu einem Thema verzeichnete der Kurznachrichtendienst Twitter zuletzt bei der Wahl von Barack Obama im November 2008. «Wir haben mehr als doppelt so viel Tweets pro Sekunde erlebt, als die Nachricht rauskam und die Leute ihren Schmerz und ihre Erinnerungen teilen wollten», schrieb Twitter-Mitbegründer Biz Stone in einer E-Mail.
Zu ihnen gehörten auch prominente Twitter-Nutzer wie Lindsay Lohan, Ashton Kutcher, John Mayer und Ryan Seacrest. Selbst der britische Außenminister David Miliband twitterte zu den Todesmeldungen. «Noch nie ist jemand so hoch geflogen und so tief gefallen», schrieb er.
Bei iTunes eroberte «Thriller» innerhalb weniger Stunden den ersten Platz der meisten Downloads bei vollständigen Alben. Auch YouTube verzeichnete eine starke Nachfrage nach Videos mit Michael Jackson, während bei Facebook Mahnwachen und Online-Gedenkaktionen organisiert wurden.
ped/nak