Rock im Park 2009 Enttäuschter Rückzug

Endspurt beim Musik-Marathon (Foto)
Limp Bizkit traten bei Rock im Park in Originalbesetzung auf. Bild: dpa

Von news.de-Redakteurin Ines Weißbach
«Faith» von George Michael ist der Ohrwurm im Kopf der Festivalbesucher, nachdem sie sich am Morgen aus ihren Zelten geschält haben. Allerdings in der Version von Limp Bizkit. Die Amerikaner feierten ihr Comeback als erste Headliner von Rock im Park.

Fred Durst, Frontmann von Limp Bizkit, trägt eine rote George-Michael-Jacke und liebt Deutschland, zumindest betont er das während des Auftritts ständig. Die Zuneigung bekommt er zurück. Seit 2006 hatte die Band keinen solchen Auftritt mehr in Originalbesetzung. «Das ist als wären sie nie weg gewesen», schreien Fans im Publikum und springen in die Luft. Die Gruppe spielt all ihre Hits. «Behind Blue Eyes», «Nookie»; bei «My Way» holt der Sänger einen aus der Menschenmenge auf die Bühne. Als Belohnung, weil er wie so schön mitgemacht hat, bekommt der Fan eine Umarmung.

Limp Bizkit sind die letzte Gruppe, die auf der Hauptbühne - der Centerstage - spielt. Punkt 23 Uhr muss hier Schluss sein, weil es sonst Ärger mit den Nachbarn des Volksparks am Dutzendteich in Nürnberg geben würde. Schon vorher gibt die Anlage nicht die volle Power, die sich Fred Durst wünscht: «Wer die Anlage nicht laut drehen darf, sollte auch kein Konzert veranstalten», ruft er in die Menge, die zustimmend grölt. Tausende haben sich vor der Bühne versammelt und feiern die Nu-Metaler begeistert.

Rock am Ring und Rock im Park
Regen, Rock und Rückkehrer

Nach 23 Uhr versuchen die Massen zur wesentlich kleineren Bühne namens Alternastage zu stürmen, doch es wird eher ein Dahinwabern. Peter Fox soll gleich hier auftreten, doch für die Meisten ist es unmöglich, nah genug an die Bühne zu kommen, um den selbst ernannten Stadtaffen zu sehen, geschweige denn zu hören. Auch hier wurde die Lautstärke kräftig nach unten geregelt. Viele Festivalbesucher ziehen sich enttäuscht in ihre Zelte zurück.

Neben Limp Bizkit haben am Freitag auch die Guano Apes ihre Rückkehr gefeiert. Wer in den 1990ern schon Fan von ihrem Skaterock war, wird sich freuen: Guano Apes machen genauso weiter, wie sie Anfang der 2000er aufgehört haben.

Dass Mieze, die Sängerin der Gruppe Mia. eine Berlinpatriotin ist, ist kein Geheimnis. Das stellt sie durch eine Art Superwoman-Umhang in Form der Berliner Flagge nochmals klar. The Kooks spielen ihre Hits und rufen ein warmes Gefühl vor allem in den Herzen der Mädchen hervor.

The Subways sind live druckvoller, rockiger, hibbeliger und oberkörperfreier als man es beim Hören ihres Hits «Rock´N´Roll Queen» erwarten würde. Chris Cornell singt das unvermeidliche «Black Hole Sun», den größten Hit seiner ehemaligen Band Soundgarden. Bei Peter, Björn & John verlassen die meisten Leute das Areal um die Alternastage, pfeifen aber im Weggehen den Hit «Young Folks» mit.

Über die Zeltplätze laufen die «Helga»-Rufer, vor den Bühnen liegen schon um vier Uhr nachmittgas die ersten Schnapsleichen, um die sich Sanitäter mit viel Geduld kümmern. Der erste Tag von Rock im Park war ein sonniges, friedliches Ereignis. Alkoholgeschwängert ja, aggressiv nein.

kab

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