«Die Gilde DS» Schnöder Kampf um den Mammon

Wer träumt nicht davon, in wenigen Schritten schnell reich zu werden? Das und die Zeitreise in eine dezent mittelalterliche Stadt erlaubt «Die Gilde DS». Die Simulation bringt Unterhaltung für jede lange Autofahrt.

Gilde DS (Foto)
Handelsgeschick steht bei «Die Gilde DS» im Mittelpunkt. Mancher Kampf ist jedoch unvermeidbar. Bild: news.de

Um es kurz zu sagen: Die Gilde DS ist eine virtuelle Städtreise. Eine, die dazu dient, Waren billig einzukaufen und teuer wieder an den Mann zu bringen. Wer dem schnöden Mammon frönt, der kann die Preise versuchsweise beim Einkauf drücken - durch Feilschen. Dabei gilt es verschiedene Gewichte geschickt so miteinander zu kombinieren, dass die Gewichte, die der Gegner ins Feld führt leichter sind. Wer gewinnt, kann Kosten sparen. Der Spieler darf jedoch nicht selbst festlegen, wie viel er bereit ist, für eine Ware zu zahlen. Reich wird der eigene Händler dennoch fast im Schlaf.

Doch darum geht es im Spiel für Nintendos tragbare Konsolen DS und DSi nur am Rande. Ziel der rundenbasierten Wirtschaftssimulation ist es, die Städte von den Vorteilen einer Gilde zu überzeugen: entweder durch Überredungskunst oder indem die Gegner mit Überfällen in Angst und Schrecken versetzt werden.

Dass die USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) der Simulation erst eine Freigabe ab sechs Jahren erteilt hat, ist durchaus verständlich. Denn wer als Händler unterwegs ist, der kann Begegnungen mit Räubern nicht vermeiden. Vor denen können Spieler zwar flüchten, oder sie zumindest überreden, einem nicht übermäßig viel Geld und Waren zu klauen. Die einzige Variante aber, den Dieb leer ausgehen zu lassen ist, ihn zu bekämpfen – und zwar per Schwertkampf. Nach gleichem Prinzip funktioniert die unmoralische Variante, die drei gegnerischen Handelsparteien auszustechen.

Das ist nicht der einzige Punkt, der bei Eltern für Unbehagen sorgen könnte. Denn die Städte von der Teilnahme an einer Gilde zu überzeugen, basiert auf Überredungskunst. Dabei kommt es auf Taktik und Tempo an, vor allem aber auf Frechheit. So mancher Spruch ist in der Realität durchaus verletzend. Das Ganze funktioniert als Puzzlespiel, bei dem verschiedene Satzteile miteinander verknüpft werden müssen – und zwar bevor der virtuelle Gegner fertig ist.

Insgesamt wird das Erlebnis im Modus «Freies Spiel» schnell eintönig. Immer wieder gilt es gleichförmig zu agieren. Hier kaufen, da verkaufen, Kontore und Betriebe in seinen Besitz zu bringen und sich finanziell recht aufwendig einen höheren Titel zu sichern. Dafür gibt es allerdings keine Zeitgrenzen.

Straffer werden die Zügel in den zehn Szenarien, die das DS-Spiel parat hält. Hier ist der Zeitdruck höher, weil verschiedene Aufgaben in einer festgelegten Menge von Runden zu absolvieren sind. Eine echte Herausforderung fehlt jedoch. Denn die gegnerische künstliche Intelligenz des Spiels – egal ob als Räuber oder Händler – ist viel zu oft vorhersehbar. In den Genuss unberechenbarer Züge und damit dauerhafter Herausforderungen kommen Spieler nicht. Ein Mehrspielermodus, der dem entgegenwirken könnte, fehlt.

Doch ob nun Szenario oder freies Spiel: Negativ fällt Die Gilde DS besonders durch ihre Speicherpunkte auf. Nach jedem Spielzug wird automatisch gespeichert. Dafür geht mitunter mehr Zeit als für das Spielen selbst drauf.

Titel: Die Gilde DS
Genre: Wirtschaftssimulation
Publisher: RTL Playtainment
Entwickler: Independent Arts
Preis: zirka 40 Euro
Sprache: deutsch
USK: freigegeben ab 6 Jahren
Altersempfehlung der Redaktion: ab 10 Jahre
Plattform: Nintendo DS
Veröffentlichungsdatum: April 2009

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