Von news.de-Redakteurin Mandy Hannemann
Bezahlfernsehen in Deutschland ist kein Erfolgsmodell. Bestes Beispiel ist das Pay-TV-Unternehmen Premiere, das sich im Dezember 2008 nur knapp der Pleite entziehen konnte. Ein neuer Name soll nun für neuen Aufschwung sorgen: Sky.
Im Juli soll die Premiere AG in Sky Deutschland AG umbenannt werden. Die Zustimmung der Aktionäre ist nur noch Makulatur. Denn der altbekannte Name des Münchner Pay-TV-Senders steht schon lange nicht mehr für eine erfolgreiche Vermarktungsstrategie. Das aber passt nicht in das Konzept von Großaktionär Rupert Murdoch, der für sein Geld endlich Erfolge sehen will. Immerhin hält News Corp. 30 Prozent des Senders.
Kurz vor Weihnachten hatten der Medienmogul und einige Banken den Premiere-Karren noch einmal aus dem Dreck gezogen. Die ganz eigene Finanzkrise des Unternehmens ließ sich damit bislang jedoch nicht stoppen. Die Zahl der Abonnenten geht stetig zurück, der Verlust wird inzwischen auf rund 80 Millionen Euro beziffert.
Mit dem Namenswechsel will man nun gegen die Schieflage steuern und mit massiven Marketingmaßnahmen wieder mehr zahlungswillige Kunden akquirieren. Dabei geht es neben einem verlautbarten neuen «Entertainment-Angebot von Weltklasseformat» nicht zuletzt auch um einen kundenfreundlicheren Service.
Eine Wende in der Bilanz wird das so schnell allerdings nicht bewirken. Auch für 2010 geht das Unternehmen von Verlusten aus. Zudem wird die Markenabschreibung das Nettoergebnis im zweiten Quartal um mehr als 250 Millionen Euro verringern. Es wird Zeit brauchen, bis sich der Imagewechsel auch hier niederschlägt. Nicht zuletzt, weil die Eindämmung illegaler Programmabrufe über Hackerkarten einen hohen finanziellen Aufwand bedeutet.
Gekriselt hat es bei Premiere schon lange. Vor allem der Verlust der Fußballübertragungsrechte war ein derber Einschnitt. Die hatte Georg Kofler, lange Premieres Vorstandschef, nach dem Aus des Fußballsenders Arena zwar wieder ins Boot geholt. Gebracht hat es jedoch wenig. Spätestens seit Kofler seinen Chefsessel im Sommer 2007 räumte, war der Abstieg nicht mehr zu bremsen. Die Aktienkurse rutschten deutlich ab. Daran konnte auch Koflers blasser Nachfolger Michael Börnicke nichts ändern.
Selbst Mark Williams, Finanzvorstand bei News Corp. und seit September 2008 Inhaber des Premiere-Chefsessel, fällt es nicht leicht, auf dem deutschen Pay-TV-Minenfeld aufzuräumen. Mit den Übertragungsrechten für die Bundesliga 2013 allein ist keine Trendwende zu schaffen.
Bewahrheitet hat sich dagegen der Spruch «Man sieht sich im Leben immer zweimal». Im Frühsommer 2007 hatten sich Murdoch und Premiere noch bekriegt – um eben jenes Kürzel «Sky». Damals wollte sich der Pay-TV-Sender mit einer neuen Satellitenplattform zum Branchenprimus aufschwingen.
Die Idee, das Ganze «Premiere Sky» zu nennen, stieß beim damaligen Konkurrenten Murdoch allerdings auf herben Widerstand, hatte sich der Medienmogul den Begriff «Sky» doch für sein Imperium News Corp. schützen lassen.
Vor Gericht unterlag das deutsche Bezahlfernsehen schließlich. Aus «Premiere Sky» wurde «Premiere Star». Mit der Markenänderung bekommt Premiere nun doch noch sein «Sky». Rupert Murdoch sitzt dafür allerdings wieder einmal am längeren Hebel.
ich finde das auch eine frechheit ,aber als fußballfan muss ich mir das paket für 33 euro kaufen. auf dem pc fußball gucken ist fürn A...... ich habe schon vor 15 jahren premiere gehabt und muss jetzt doppelt so viel bezahlen.der knaller!! die sollten das konzept änder! zb nur fußball 20 euro -ohne die zusatzprogramme,dann würden auch mehr leute fußball bestellen !!
jetzt antwortenKommentar meldenHallo, es tut mir leid aber mit diesen Angeboten wird Sky kräftig den Bach weiter runter gehen. Wie sollen denn mehr Abos abgeschlossen werden wenn das Zugpferd Bundesliga 60 Prozent teurer wird? Dies kann wohl keiner nachvollziehen. Sky sollte sich lieber erstmal darum bemühen die GEZ Gebühren zu kippen. Ein Normalbürger zahlt doch keine GEZ + Kabelfernsehen und dann auch noch SKY Pakete. Na ja da sieht man halt wieder wie die oberen Herren keine Ahnung von der Materie haben. Schlichtweg ein Witz diese Kostenstruktur. Also weiter in die roten Zahlen rein. MFG Reinhold Acker
jetzt antwortenKommentar meldenDa hab ich doch glatt eine Träne im Auge. Wie sagt man so nett: Seit Premiere seine Schwarzseher ausgesperrt hat, haben die überhaupt keine Zuschauer mehr. -und die machen sich noch nich mal mehr die Mühe dieses Programm wieder zu cracken. Und dabei funktioniert Pay-TV doch in anderen Ländern. Tja, das liegt aber nicht am Land, sondern am Angebot. Murdoch, ich sag die jetzt mal das Erfolgsrezept für SKY: Bring was was die Leute sehen wollen. Keine 50J. alten SW-Schinken und dauernde Wiederholungen. 4 Kanäle genügen für alles! Und bleib unter 10€. Ich verspreche dir viele Millionen Kunden.
jetzt antwortenKommentar melden