Von Nina Jerzy
Sieben Jahre nach dem enttäuschenden Kinofilm «Star Trek: Nemesis» nimmt nun eine neue Mannschaft von der Brücke der U.S.S. Enterprise Besitz. Regisseur J.J. Abrams selbst wurde aber erst beim Dreh zu einem Trekkie-Fan, verrät er im Interview.
Mister Abrams, waren sie vor den Dreharbeiten überhaupt ein Fan von «Star Trek»?
J.J. Abrams: Ich war als Jugendlicher definitiv mehr ein Fan von Star Wars. Aus irgendeinem Grund hab ich bei Star Trek nie den Anschluss geschafft.
War das vielleicht für den Film sogar ein Vorteil?
Abrams: Gerade weil ich kein riesiger Fan war, fühlte ich weniger Druck, dem geheiligten Original verpflichtet zu sein. Ich fragte mich nur, was einen guten Film ausmachen würde. Ich habe mich wirklich in die Geschichte verliebt. Sie besitzt alles, was ich an Filmen liebe: tolle Charaktere, eine wirklich lustige Geschichte, großes Spektakel, Intimität, Romantik, Spaß, Optimismus, visuelle Effekte. Und ich dachte: Wenn ich auch die Nicht-Fans dazu bringen möchte, sich diesen Film anzuschauen, dann sollte ein Nicht-Fan Regie führen.
Sind Sie nervös wegen der Reaktionen der eingefleischten Fans?
Abrams: Bei Lost und Alias haben wir Fans - das ist nichts im Vergleich zu Star Trek. Star Trek hat die leidenschaftlichste und lautstärkste Fanbasis, die ich je erlebt habe. Ich hoffe, ihnen gefällt der Film. Es wird immer einige Fans geben, die es für ein Sakrileg halten, eine Figur mit einem neuen Schauspieler zu besetzen. Diese Menschen kann ich nicht glücklich machen.
Um auf «Star Wars» zurückzukommen: In ihrem Film wächst Kirk wie Luke Skywalker in einer Einöde auf, bevor er im All seine Bestimmung findet.
Abrams: Das Ziel war es nicht, das Drehbuch von Star Wars zu nehmen und Luke durch Kirk zu ersetzen. Aber es ging um einen Einstieg in die Geschichte. Neulich habe ich mit Tom Tykwer beim Abendessen darüber gesprochen, wie sehr man mit den Figuren in Star Wars mitfiebert. Ein wichtiger Faktor ist ihre absolute Unschuld in dieser wahnsinnigen Welt. Bei Star Wars ist ein normaler Junge von einer Farm plötzlich aufgerufen, ein Held zu werden. Diesen Aspekt habe ich versucht, auf Star Trek zu übertragen, wenn auch nicht wortwörtlich.
Worin besteht die anhaltende Faszination von «Star Trek»?
Abrams: Der Grund ist Gene Roddenberry mit seinem optimistischen Bild von der Zukunft. Die Menschen hungern nach einer Vision von unserer Zukunft, die nicht trostlos und dunkel und zynisch und post-apokalyptisch ist.
Warum gibt es ein Wiedersehen mit Leonard Nimoy als Spock, aber keines mit dem Ur-Kirk William Shatner?
Abrams: Das Problem war: Seine Figur ist auf der Leinwand gestorben. Wir hätten uns bestimmt etwas einfallen lassen können, um ihn zurückzuholen. Wir haben auch an Flashbacks gedacht. Jede Version, die uns einfiel, erschien aber nur wie ein Trick, um Mister Shatner zurückzubringen. Er versteht es. Wenn die Leute diesen Film mögen und es vielleicht einen nächsten gibt, bin ich für alles offen. Mit ihm zu arbeiten, wäre großartig, denn ich bin ein riesiger Fan.
Der nächste «Star Trek»-Film soll ja bereits in Vorbereitung sein.
Abrams: Wer weiß, wie die Leute auf diesen Film reagieren werden. Wenn sie einen weiteren wollen: Wir haben eine Übereinkunft mit den Autoren und den Schauspielern für eine Fortsetzung. Aber es gibt noch keine Geschichte.
Für den 42-jährigen J.J. Abrams ist «Star Trek: Die Zukunft hat begonnen» die zweite Kinoarbeit nach «Mission: Impossible III». Der Regisseur ist zugleich der Schöpfer der Erfolgsserien «Lost» und «Alias - Die Agentin».
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