Von news.de-Redakteurin Anja Guhlan
Die Betreiber von The Pirate Bay lassen sich durch den Schuldspruch des schwedischen Gerichtes nicht einschüchtern. Im Gegenteil: Die Tauschbörsen-Seite soll weiter bestehen. Dafür haben die Piraten vorgesorgt.
In einem neuen Blogeintrag kündigen die Pirate Bay-Gründer an, dass das Filesharing weitergehen soll. «The Site Will Live On» (Die Seite wird weiterleben) posaunen die Betreiber siegessicher sowohl auf ihrem Blog als auch bei Twitter heraus. Zwischenzeitlich haben sie Berufung gegen das Urteil von jeweils einem Jahr Haftstrafe und einer Geldstrafe in Millionenhöhe eingelegt. Ein neues Urteil wird nicht vor dem Jahr 2011 oder 2012 erwartet. Sollte das Urteil in den nächsten Instanzen bestätigt werden, ist die Existenz des FilesharingAls Filesharing bezeichnet man das Austauschen von Daten wie Musikdateien oder Videos mit einem Filesharing-System. Filesharing-Systeme dienen dazu, zwei oder mehrere Computer zum Zwecke des Austausches, über ein Netzwerk - zum Beispiel das Internet - zu verbinden. -Portals akut gefährdet.
Zwar hatten die Betreiber mit einem solchen Urteil nicht gerechnet. Trotzdem gibt die Piratencrew nicht auf: Die geforderte Schadensersatzsumme von 2,7 Millionen Euro wollen die Unternehmer nicht zahlen.
Auch Geld von der Pirate-Bay-Gemeinschaft, wie es derzeit in diversen Spendenaktionen gesammelt wird, wolle und würden die Betreiber nicht annehmen. Stattdessen fordern sie ihre Fans zu noch mehr Unterstützung auf. «Kauf unser T-Shirt und zeige der Welt, wie groß deine Sympathie für uns ist» oder «Lade deine Freunde zu unserem oder anderen Filesharing-Systemen ein» sind nur zwei der vielen Aufforderungen, die alle einen Zweck erfüllen sollen: Das Gemeinschaftsgefühl stärken.
Auch für die Piratenpartei, die sich im Juni zur Europawahl stellen wird, werben die Betreiber: «Wenn du in Europa lebst, stimme bei der Europawahl für die Piratenpartei», heißt es in dem Blogbeitrag.
Das die Filesharing-Seite weiterleben kann, dafür hatten die Piraten vorgesorgt. Bereits als die schwedische Polizei die Server der Tauschbörse beschlagnahmte, waren die digitalen Piraten gewappnet: Die Daten wurden schlichtweg auf Server im Ausland übertragen. Wie Peter Sunde – einer der Betreiber - in einem Interview mit Focus Online schildert, bauten die Betreiber von The Pirate Bay daraufhin ein dezentrales Netz auf: «Wir haben die Server Freunden gegeben, die sie in ganz Europa verteilt haben. Wir wissen nicht einmal die richtige IP-Adresse», sagte der Pirate-Bay-Gründer.
Noch ist die Seite im Netz abrufbar. Doch selbst wenn The Pirate Bay im Zuge des Gerichtsverfahren schließen muss, verschwindet die Internet-Tauschbörse auf keinen Fall spurlos. Das schwedische Museum für Wissenschaft und Technik (Tekniska museet) in Stockholm kaufte bereits den von der schwedischen Polizei beschlagnahmten Server für 2000 Kronen (181 Euro). Nun will das Museum den Server in die Abteilung mit Objekten stellen, die einen Einfluss auf das Leben der Menschen haben.
mik