Wenn Promis Designer spielen
Wollen Sie wissen, wie es bei dem Thema weitergeht?Wir informieren Sie gerne kostenlos.
Von news.de-Redakteurin Nadine Kotré
Artikel vom 12.04.2009Heutzutage scheinen sich die Promis geradezu verpflichtet zu fühlen, eine Zweitkarriere aufzubauen. Also entwerfen sie Mode, eröffnen Restaurants oder Clubs. Über Erfolg oder Misserfolg entscheidet nicht unbedingt der Name des Stars - und auch nicht die Qualität des Produkts.
Stilikone möchte sie sein, zur schlecht angezogensten Frau wurde Victoria Beckham 2007 vom selbst ernannten Modepapst Simon Blackwell gewählt. Mit ihrem Label dVb brachte sie im selben Jahr eine Jeanskollektion heraus. Die Werbekampagne war groß, die Verkaufszahlen gering. Zu teuer, urteilten Fans und Modeexperten über die ab 200 Dollar teuren Jeans. Große amerikanische Kaufhausketten verbannten sie aus ihrem Sortiment.
Am schlimmsten allerdings muss Victoria Beckham die Nachricht getroffen haben, dass ihre Kollektion kurz darauf als Sonderposten für 70 Dollar angeboten wurde. Welch ein Rückschlag für eine Frau, die «Posh» (edel, elegant) genannt wird. Konsequenzen zog Mrs. Beckham aus diesem Flop allerdings nicht. Statt ihre Preise nach unten zu regulieren, brachte sie eine noch viel teurere Kollektion heraus.
Das nennt sich dann in der Fachsprache Couture und bedeutet, dass die Teile erst ab 1000 Dollar zu haben sind. Wenn diese einen ähnlichen Wertverlust haben wie ihre Jeanskollektion, dürften die Kleider schon bald nur noch um die 350 Dollar kosten.
Bei weitem preiswerter ist die Kollektion von Katherine Heigl. Die Schauspielerin, die mit Grey's Anatomy ihren Durchbruch schaffte, entwirft Krankenschwesterkittel. Das versprüht nicht gerade Hollywoodglamour, ist aber ein Verkaufsrenner in den USA. Und mit 20 bis 35 Dollar ein wahres Schnäppchen auf dem Markt der Promidesigner. Ein Narr ist, wer vermutet, dass Katherine Heigl dieses Angebot aus finanziellen oder Imagegründen angenommen hat.
Ihre Beweggründe stellt sie viel edler dar. Zum einen sei ihr durch ihre Rolle als Ärztin Izzie Stevens in Grey's Anatomy aufgefallen, dass Krankenhauskleidung definitiv nicht von Sexiness geprägt ist. Zum anderen habe sie sich jahrelang von ihrer Schwester anhören müssen, wie hässlich die Kittel doch sind. Schwester Meg ist auch beruflich Schwester – und zwar in einer Tierarztpraxis. Profitiert haben viele von dieser Kooperation: Katherine Heigl, das modetechnisch bisher gescholtene Krankenhauspersonal, die familiären Bande und vor allem Peaches Uniforms, die Herstellerfirma der Kittel.
Die Ausflüge der Promis beschränken sich aber nicht allein auf Kleidung. Auch Restaurants, Clubs und Hotels sind heiß begehrte Investitionsobjekte. Justin Timberlake scheint ein goldenes Händchen und einen feinen Gaumen zu haben. Im Juli 2008 eröffnete der Eigentlich-Sänger bereits sein drittes Restaurant. Wer gerne bodenständige Südstaatenkost wie gebackenes Hähnchen isst und sogar vom Anrufbeantworter mit «Hi Ya'll» begrüßt werden will, der wird sich im New Yorker «Southern Hospitality» heimisch fühlen. Bis jetzt gab es ausnahmslos positive Kritiken für die Vorgänger-Restaurants in New York und Los Angeles sowie den Neuling. Was Justin Timberlake mit Sicherheit in Verzückung versetzt, ist der Fakt, dass alle drei Restaurants jeden Abend bis zum Platzen voll sind und ohne Tischreservierung überhaupt nichts geht.
Zum Thema
Thema verfolgen »
Artikel kommentieren
Lindsay Lohan und Samantha Ronson scheinen sich tatsächlich getrennt zu haben. Deutlichstes Indiz hierfür: Zuerst wurde Lohan mehr ...
Shoppen, hip sein, fotografiert werden und ausschließlich dafür berühmt sein – das ist das Leben mehr ...
Die Beckhams beweisen mal wieder, dass sie Profis im Vermarkten sind. Nachdem David sich bereits leicht bekleidet mehr ...
So wie es aussieht, wird uns im nächsten Jahr ein weiterer Promi mit seiner Modekollektion beglücken. Nach mehr ...