Knobelspiel «Professor Layton» Detektivisch verpacktes Hirntraining

Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf (Foto)
Rätselspaß mit Hindernissen: Will Layton Hinweise sammeln, muss er sich den Rätseln der Dorfbewohner stellen. Bild: news.de

Von news.de-Redakteurin Mandy Hannemann
Gehirnjogging ist groß in Mode. Doch wo Dr. Kawashima und ähnliche Trainer der grauen Zellen auf pure Methodik setzen, hat Nintendo ein Spiel zu bieten, das den Kick für die grauen Zellen auch noch unterhaltsam, kreativ und spannend umsetzt.

In so manchem Menschen steckt detektivischer Spürsinn. Der muss nicht brach liegen, wenn es für eine kriminalistische Laufbahn nicht gereicht hat. Darauf setzt Nintendos Tüftelspaß Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf.

Doch das Spiel hat mehr zu bieten als einen schlichten Kriminalfall. Die Story, die den Entwicklerköpfen entsprungen ist, verknüpft einen mysteriösen Erbschaftsfall mit Denksport. Was ist dieser geheimnisvolle goldene Apfel, dem Professor Layton und sein Assistent Luke hinterherjagen müssen? Und vor allem: Wo hat ihn der Verstorbene wohl versteckt? Das aufzuklären wäre einfacher, wenn die Bewohner des Dorfes ihre Hinweise sofort liefern würden, anstatt dies an eine Bedingung zu knüpfen: Das Duo muss erst einige Rätsel lösen.

Mehr als 130 Knobelaufträge haben die Entwickler im Spiel versteckt. Viele davon müssen gelöst werden, um Fortschritte im Fall zu machen. Andere sind freiwillige oder versteckte Rätsel, mit denen sich spielerische Boni freischalten lassen. Lässt sich eine Aufgabe auf Anhieb nicht lösen, hindert das nicht zwangsläufig am Vorankommen. Alle Rätsel werden in einem über das Spielmenü abrufbaren Index abgelegt und können so jederzeit nachgeholt werden.

Wer einmal nicht gleich die richtige Lösung findet, kann sich Hinweise geben lassen. Diese lösen zwar nicht immer das Problem. Sie erinnern aber zumindest daran, dass es hilfreich sein kann, quer zu denken. Ist das richtige Ergebnis gefunden, geht es nicht nahtlos zum nächsten Problem über. Es gehört zu den betonenswerten Details, dass auch erklärt wird, welches Prinzip hinter der jeweiligen Aufgabe stand und wie sie funktioniert. Damit wird Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf zum Knobelspaß mit Lerneffekt.

Obwohl das Spiel keinen Mehrspielermodus bietet, kann man durchaus gemeinsam die Problemlösung angehen. Anfänger wie geübte Knobelakkrobaten werden an dem DS-Spiel ihren Spaß haben. In der Regel sind die Rätsel einfach zu lösen, aber es gibt auch einige echte Kopfnüsse. Schade nur, dass des Rätsels Lösung um den goldenen Apfel gar zu schnell ersichtlich wird. Dafür bietet die Geschichte einfach zu früh entscheidende Hinweise.

Ein Manko wies das Testexemplar, das der Redaktion vorlag, allerdings auf: Es bot nur eine englische Sprachausgabe, die jedoch mit deutschen Untertiteln versehen war.

Abgesehen davon ist das Spiel von vorne bis hinten absolut stimmig. Die Musik passt, die Geschichte ist liebevoll gezeichnet, die Dialoge sind intelligent, die Figuren haben Charme und die Rätsel bieten viel Abwechslung. Zudem haben die Entwickler dafür gesorgt, dass der Knobelspaß so schnell nicht endet. Auch wenn die mehr als 130 Aufgaben gelöst sind, können sich Spieler per Internetverbindung immer wieder Nachschub holen.

Titel: Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf
Genre: Denkspiel
Publisher: Nintendo
Entwickler: Level 5
Preis: zirka 40 Euro
Sprache: deutsch
USK: ohne Altersbeschränkung
Plattform: Nintendo DS
Veröffentlichungsdatum: November 2008

fme

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