Michael Crichton Neue Romane vom Next-Autor entdeckt

Seit fünf Monaten ist US-Bestsellerautor Michael Crichton tot. Nun hat sein Verlag mitgeteilt, der Autor habe mindestens einen fertigen Roman und ein Romanfragment hinterlassen. Beide sollen veröffentlicht und das Fragment sogar zu Ende geschrieben werden.

Michael Crichton (Foto)
Regie führen gehörte zu den Leidenschaften Crichtons, der im vergangenen November an Krebs verstorben war. Bild: ap

Das bereits abgeschlossene Piratenabenteuer Pirate Latitudes soll in den USA im November erscheinen, berichtet die New York Times. Ein etwa zu einem Drittel fertiger Wissenschaftsthriller könnte - von einem Fremdautor zu Ende geschrieben - bereits im Herbst 2010 im Verlag HarperCollins auf den Markt kommen. Über einen deutschen Erscheinungstermin wurde noch nichts bekannt.

Crichton, der Megahits wie Jurassic Park und Andromeda geschrieben hat, starb vergangenen November im Alter von 66 Jahren an Krebs. Sein Assistent fand die neuen Manuskripte auf seinem Computer. Weitere Entdeckungen seien durchaus denkbar, hieß es.

Pirate Latitudes ist Verlagsangaben zufolge eine Abenteuergeschichte, die im 17. Jahrhundert in der Karibik spielt. Ein Pirat namens Hunter und der Gouverneur von Jamaika planen, ein spanisches Schatzschiff zu überfallen. «Es ist eine hervorragend und tief und gründlich recherchierte Geschichte», sagte Herausgeber Jonathan Burnham.

Michael Crichton: Die Kassenschlager des Erfolgsautors

Offenbar habe Crichton das Buch geschrieben, während er an seinem letzten zu Lebzeiten erschienenen Thriller Next arbeitete, so der Verlag. Bis zu seinem Tod habe er dann an der vertraglich vereinbarten Nachfolgegeschichte zu Next gearbeitet, die aber nur zu etwa einem Drittel fertig wurde. Aus Notizen und Hinweisen soll ein anderer Autor das Werk zu Ende bringen.

Michael Crichton zählte neben John Grisham und Stephen King zu den erfolgreichsten US-Autoren der Gegenwart. Der Name des Schöpfers von Jurassic Park stand für eine unterhaltende und aufklärerische Mischung aus Fakten und Fiktion. Weltweit wurden seine Bücher seit den 60er Jahren rund 100 Millionen Mal verkauft und in 30 Sprachen übersetzt. Zwölf wurden verfilmt. Crichton erlag Anfang November im Alter von 66 Jahren in Los Angeles einem Krebsleiden.

Neben der Schriftstellerei betätigte sich Crichton auch als Regisseur und Produzent. Crichton war zwar schon als Schüler vom Schreiben fasziniert, studierte aber zunächst Anthropologie und später Medizin an der renommierten Universität Harvard. Er arbeitete allerdings nur ein Jahr lang als Assistenzarzt, bevor er das Schreiben 1970 zu seinem Beruf machte. Erste Erfolge als Schriftsteller verzeichnete er schon in den 60er Jahren, als er sich mit Erzählungen das Studium finanzierte.

Einem breiteren Publikum bekannt wurde Crichton 1969 mit dem Science-Fiction-Rom Andromeda, der die Abwehr einer biologischen Katastrophe durch wenige ausgesuchte Wissenschaftler beschrieb. Das Buch wurde 1971 verfilmt und öffnete dem Autor die Türen zur Hollywood-Traumfabrik. Weitere Romane wie Endstation und Der große Eisenbahnraub folgten. Regie führte Crichton erstmals 1973 bei Westworld, einem Roboter-Thriller nach seinem eigenen Buch, der zu einem internationalen Erfolg wurde.

Mit Jurassic Park erlangte Crichton 1990 schließlich Weltruhm. Steven Spielberg verfilmte diese Geschichte über Möglichkeiten und Grenzen der Gentechnologie, die Crichton schon 1983 verfasst hatte. Die geklonten Saurier kamen begleitet von einer gewaltigen Werbekampagne in die Kinos. Das Leinwandspektakel spielte über 850 Millionen Dollar ein und wurde zu einem der erfolgreichsten Filme aller Zeiten. Mit The Lost World erschien 1995 erneut in Zusammenarbeit mit Spielberg die Fortsetzung.

Auch im Fernsehen erwies sich das Team Crichton/Spielberg als äußerst erfolgreich. Gemeinsam schufen sie die Arztserie Emergency Room, die ab 1994 über 15 Jahre hohe Einschaltquoten garantierte.

bla/fme/news.de

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