Von Britta Schultejans
Schon lange warnen Wissenschaftler vor den Folgen des Klimawandels, schneller als gedacht könnte die Menschheit vor der Katastrophe stehen. Ein neues Buch prophezeit diese nicht nur, es lässt auch wichtige Umweltaktivisten und Politiker zu diesem Thema zu Wort kommen.
Wir schreiben das Jahr 2035. In Hamburg werden die Menschen von einer unheimlichen Krankheit dahingerafft, eingeschleppt von exotischen Insekten, wie in einer biblischen Plage. Schon im März herrschen Temperaturen von fast 40 Grad, Bergdörfer werden unter Gerölllawinen begraben, die Menschen sind auf der Flucht. Das Buch Die Erde schlägt zurück - Wie der Klimawandel unser Leben verändert von Claus-Peter Hutter und Eva Goris entwirft ein Schreckensszenario für die gar nicht so ferne Zukunft.
In gut 15 Jahren - so der traurige Zukunftsentwurf - bestimmen Energieknappheit, Waldbrände und schreckliche Sommerstürme unser aller Leben. Die Menschen sind gezwungen, verseuchtes Wasser zu trinken, weil kein anderes mehr da ist, Millionen von Klimaflüchtlingen ziehen durch die Lande. Politische Unruhen sind an der Tagesordnung.
Autorin Eva Goris hat 20 Jahre lang als Journalistin für Umweltthemen gearbeitet und dabei die Idee für das Buch entwickelt. «Ich habe sehr viel Elend gesehen», sagte sie. Wenn sie in ihrem Freundes- und Bekanntenkreis aber davon erzählen wollte, sei sie auf Ablehnung gestoßen. «Man wollte es nicht wissen, man wollte es nicht hören.» Auch darum habe sie sich entschlossen, dieses Buch zu schreiben. Sie will wachrütteln und auch ein bisschen Angst machen. «Wir sind auch hier nicht sicher davor, dass sich unsere Welt verändert.»
Neben den belletristischen Elementen, die das Zukunftsszenario brutal anschaulich beschreiben, zeigt das Buch in einem Kapitel, was jeder einzelne für das Klima tun kann. «Jeder Bundesbürger ist mit 10 Tonnen CO2 an der Katastrophe beteiligt», heißt es da. Im Jahr 2007 habe Deutschland 981 Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid in die Atmosphäre geblasen. Einige Tipps der Autoren: Energiesparlampen in die Deckenleuchten schrauben und technische Geräte auch mal ausschalten. Wer zwei Stunden vor dem Fernseher sitze, «konsumiere» 120 Gramm CO2.
Außerdem kommen in dem Buch wichtige Umweltaktivisten und Politiker zu Wort, darunter Friedensnobelpreisträger Al Gore und der frühere Chef der UN-Umweltbehörde, Klaus Töpfer (CDU). «Hoffentlich löst das Buch Diskussionen aus», sagte er bei der Buchvorstellung in Berlin. Im Moment bestehe die Gefahr, dass die Klimakrise im Strudel der Finanz- und Wirtschaftskrise vergessen werde. Nun stehe erst die Bewältigung der Krise auf der politischen Agenda, deren Folgen bereits überall und mit bloßem Auge zu erkennen seien, sagte der Ex- Bundesumweltminister. Bei der Klimakrise gelte leider weiterhin: «Wir sehen's noch nicht, wir spüren's noch nicht.»
Autoren: Claus-Peter Hutter und Eva Goris
Titel: Die Erde schlägt zurück - Wie der Klimawandel unser Leben verändert
Verlag: Droemer Verlag
Seitenzahl: 256 Seiten
Preis: 25 Euro
Erscheinungsdatum: 2. April 2009