Kein Familienzuwachs für Madonna
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Von Raphael Tenthani
Artikel vom 06.04.2009Statt mit Zuwachs für ihre Familie reist Madonna mit leeren Händen wieder aus Malawi ab. Ihr Versuch, das dreijährige Mädchen Chifundo «Mercy» James zu adoptieren, ist gescheitert. Doch die 50-Jährige gibt sich noch nicht geschlagen.
Trotz einer Abweisung in erster Instanz hält die Popdiva an ihrem Plan fest, das malawisches Waisenkind zu adoptieren. Ihr Anwalt Alan Chinula teilte nach der Entscheidung von Richter Esme Chombo am Freitag in Lilongwe mit, die 50-jährige allein erziehende Mutter werde das Oberste Gericht anrufen, um nach dem inzwischen dreijährigen malawischen Jungen David das gleichaltrige Mädchen zu adoptieren. Ein Termin für die nächste Verhandlung stehe aber noch nicht fest.
Chombo lehnte Madonnas Antrag mit dem formellen Verweis auf eine Vorschrift ab, wonach die neuen Eltern mindestens 18 Monate in dem Land wohnen müssten, bevor sie ein malawisches Kind adoptieren können. Diese Vorschrift war bei der Adoption des malawischen Kindes David vor drei Jahren von einem anderen Richter nicht angewendet worden.
Chombo sagte, es dürfe kein Präzedenzfall geschaffen werden. Die Vorschrift schütze malawische Waisen vor Menschenhändlern. Madonnas Motive bezweifelte Chombo nicht. Er lobte die karitative Arbeit der Popdiva für Waisen in Malawi. In dem verarmten südafrikanischen Staat gibt es eine Millionen Waisen.
Die 50-jährige Sängerin wohnte der Gerichtsentscheidung nicht bei, hält sich aber mit ihren Kindern in Malawi auf. Sie will «Mercy» in ihre Familie aufnehmen, deren Mutter kurz nach der Geburt im Alter von 14 Jahren starb. Die Großmutter sei nicht in der Lage, sich um das Kind zu kümmern, erklärte Madonna in ihrem Antrag. Der Bruder der verstorbenen Mutter unterstützte den Adoptionsantrag.
Madonna versicherte, sie wolle Mercy zum dauerhaften Teil ihrer Familie machen und ihr die «Härten und das emotionale Trauma» eines Lebens als Waisenkind ersparen. Die Regierung von Malawi hatte den Adoptionsantrag unterstützt. Allerdings wird Madonnas Adoptionsantrag von einigen Hilfsorganisationen kritisiert. Ihre Argumente: Es sei für Waisenkinder besser, traditionell in der Großfamilie aufzuwachsen. Zudem sollten für einen Popstar nicht Vorschriften ignoriert werden.
Unterstützung fand Madonna bei ihrem Ex-Mann Guy Richie, der für die Pop-Diva Partei ergriff. «Madonna ist eine fantastische und liebevolle Mutter, die sich intensiv um ihre eigenen sowie um hilfsbedürftige Kinder kümmert», sagte Ritchie in einer Stellungnahme. «Ich stand voll hinter Madonnas Adoptions-Entscheidung und ich bin traurig, dass ihr Antrag zurückgewiesen wurde», zitierte die Zeitung Daily Telegraph den britischen Regisseur.
Madonna reiste vor der Gerichtsentscheidung mit ihren leiblichen Kindern Lourdes und Rocco sowie dem adoptierten David durch Malawi. David traf dabei auch erstmals seit der Adoption mit seinem biologischen Vater zusammen.
Waisen werden in Afrika traditionell von Verwandten großgezogen, meistens von Großmüttern. Wegen der Aids-Epidemie nimmt die Zahl der Waisen aber dramatisch zu, die Vereinten Nationen rechnen mit 18 Millionen Aids-Waisen bis 2010.
kat
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