Angebliche Verhandlungen zwischen dem populären Onlinedienst Twitter und dem Suchmaschinenprimus Google haben in den vergangenen Tagen für Aufregung in der Internetbranche gesorgt. Die Rede ist von Übernahme oder Kooperation.
Das gewöhnlich gut informierte Technologie-Blog TechCrunch berichtete, der Konzern stehe kurz davor, das Startup zu kaufen. Dem widersprach jedoch das Wall Street Journal: Die beiden Unternehmen hätten nur «produktbezogene Diskussionen» geführt, hieß es in einem Blog der Zeitung. Dabei sei es um eine Kooperation beim Aufbau einer Suchmaschine gegangen. Ein Google-Sprecher sagte auf Anfrage, man kommentiere Spekulationen und Marktgerüchte nicht.
Über Twitter können Nutzer Kurznachrichten mit 140 Zeichen an einen großen Leserkreis verschicken - daher spricht man von Micro-Blogging. Die abgesetzten Texte lassen sich über search.twitter.com in Echtzeit durchsuchen. Dadurch ist es möglich, Trends im Internet schnell aufzuspüren. Google indiziert Websites dagegen mit etwas Verzögerung und ist daher nicht ganz so aktuell. Attraktiv ist zudem die große Nutzerbasis, die sich beispielsweise mit Werbung vermarkten ließe. Twitter hat laut Schätzungen zwischen sechs und zehn Millionen Nutzer und wächst weiter rasant. Allein im vergangenen Jahr konnte der Dienst eine 900-Prozent-Steigerung der aktiven Nutzer verbuchen.
Für Aufsehen sorgte der Dienst zuletzt unter anderem, als Augenzeugen nach Ereignissen wie dem Flugzeugabsturz auf dem Hudson River oder den Terroranschlägen von Bombay über den Dienst live berichteten. Das im März 2006 gegründete Unternehmen hat bislang kein Geschäftsmodell, konnte aber trotzdem insgesamt rund 50 Millionen Dollar Risikokapital einsammeln.
gua/nak