«Kaum jemand weiß, was ich im Netz mache»
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Bisher sind Kinder und Jugendliche allein im Netz, kaum etwas von dem, was sie dort tun, scheint nach außen zu dringen. Eine Parallelwelt entsteht. «Ich glaube, es gibt kaum jemanden, den ich kenne, der weiß, was ich im Netz mache. Und auch mein Blog kennen nur wenige», sagt Koch. Und auch Timo Heuer berichtet: «Gerade einmal einer von meinen realen Freunden ist zum Beispiel bei Twitter, und das, obwohl mir dort 900 Leute folgen.»
Nicht selten wird vor den Gefahren des Internets gewarnt, das weiß auch Koch. Haben Jugendliche vielleicht einfach weniger Angst vor dem Internet als Erwachsene? Gerade weil sie so selbstverständlich damit aufwachsen? «Das ist schon eine mögliche Antwort», meint Koch. «Von Erwachsenen kommt oft nur Panikmache, das Netz sei gefährlich.» Auch Lisa Rosa kennt dieses Phänomen: «Die Logik der Schule ist immer noch, zu sagen: Beschäftige dich nicht damit, das ist gefährlich, beschäftige dich mit dem, was ich dir sage.»
Auf die Nachfrage einer Mutter, sie lasse ihre Kinder nicht mehr gerne alleine ins Internet, seit sie einmal gemerkt habe, dass ihr Sohn und sein Freund sich Sexseiten anschauen, antwortet Heuer erstaunlich gelassen: «Es gibt halt immer Nachteile in einer Informationsgesellschaft. Ich kann ja nicht gut über früher reden, aber ich denke, da wurde so etwas auf dem Schulhof getauscht.»
Eine solch fundierte Sicht auf das Problem ist sicherlich die Ausnahme, wie auch der Umgang der auf der re:publica vertretenen Jugendlichen mit dem Internet eher die Ausnahme ist. «Aus meiner Klasse sind eigentlich alle nur bei SchülerVZ oder surfen auf YouTube», glaubt Christopher Koch. Doch auch bei ihm zu Hause sieht es kaum anders aus: «Meine Mutter ist relativ wenig im Netz, die hält sich ziemlich vom PC fern und kennt auch mein Blog nicht. Das kennt nur mein Vater. Ich kann fast machen, was ich will.» Ob er sich denn mehr Interesse seiner Eltern wünschen würde, wird aus dem Publikum gefragt. Schweigen, der Vater sitzt im Saal. Dann aber sagt er noch zögernd: «Gute Frage. Ich weiß es nicht.»
All das macht den Eindruck, als gebe es durchaus auf beiden Seiten Hürden, bietet das Internet Jugendlichen doch auch einen gewissen Schutz, eine neue Privatsphäre. Angst müssten Eltern deshalb trotzdem nicht haben, meint Lisa Rosa lapidar: «Aus meiner Erfahrung holen sich Kinder soviel in die Realität, wie sie verkraften können. Das Beste ist immer noch, sich daneben zu setzen und zusammen ins Internet zu gehen. Den Rechner einfach auszuschalten, ist auf jeden Fall verkehrt.»
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Ich finde den Beitrag und die dort beschriebene Meinung unter http://club.suelzonline.de/?p=50 zum Thema sehr schlüssig. Sollte man zusätzlich auch nochmal lesen.
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