Tote Zeitung contra überfordertes Internet
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Irgendwann aber ist sie wieder da, die alte Mauer. Die laut Augstein schon dem Tode geweihte Printbranche, die weiß, dass das Internet auf dem Vormarsch ist, aber ängstlich scheint, sich dem neuen Medium endgültig zu öffnen, contra die laut Hogenkamp und Haeusler längst gleichwertige Internetbranche mit ihren Blogs, Magazinen und sozialen Netzwerken. Die Grätsche kommt von links: «Ich glaube, das Netz muss sich beeilen, erwachsener zu werden, gerade, weil Print so schnell untergeht», sagt Augstein. «Ich glaube aber auch, dass es noch nicht in der Lage ist, diese Last zu schultern.»
Damit, könnte man meinen, sei die Diskussion endlich eröffnet, während im Hintergrund die Twitter- und SMS-Meldungen des Publikums einlaufen, manche deutlich empört, manche deutlich überfordert und albern. Auf dem Podium aber dreht man sich im Kreis. Die Printfraktion traut den Onlinern keine Durchschlagskraft zu. Wenn ein Heribert Prantl von der Süddeutschen Zeitung etwas schreibe, werde das - etwa in der Politik - schließlich wahrgenommen, ganz im Gegensatz etwa zu dem, was Blogger Don Alphonso verfasse, so Augstein. Außerdem brauche es schon Institutionen, es brauche investigativen Journalismus, um Macht zu kontrollieren.
Das eigentliche Thema, die Medienwelt im Wandel, ist da schon lange weit weg. Wie nämlich Print und Online, klassischer Journalismus, Bürgerjournalismus und Blogger zusammenarbeiten und voneinander profitieren können, scheint niemand zu wissen. Wie die Öffnung der Journalisten hin zu den Lesern, die im Onlinegeschäft durch Kommentare und direkte Kommunikation möglich werden, zu bewältigen ist, auch nicht. Jeder hat Angst vor jedem, so scheint es.
Und so steht nach der viel zu kurzen Stunde auf der großen Leinwand im Hintergrund: «Armer Johnny», ein etwas geknickter Moderator macht das Bild perfekt. Und das Podium geht auseinander, ohne einen echten Schritt weiter gekommen zu sein. Das Motto der re:publica, «Shift happens» (Veränderung geschieht), war für eine gute Stunde außer Kraft gesetzt. Dafür haben die Besucher eine eindrucksvolle Demonstration erhalten, wie man brüchige Mauern neu zementiert.
ped
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Pardon und danke für den Hinweis. Das korrigieren wir natürlich.
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