Quo vadis, Blogosphäre?
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Von news.de-Redakteur Florian Blaschke, Berlin
Artikel vom 01.04.2009
Schätzungen gehen davon aus, dass es in Deutschland ungefähr eine halbe Million Blogger gibt, genaue Zahlen kennt niemand. Doch die Diskussion darum, was die deutsche Blogosphäre ausmacht und wie sie sich selbst sieht, wird auch auf der Internetkonferenz re:publica in Berlin geführt.
Kein schlechter Anfang für eine Diskussionsrunde, wenn es gleich um Geld geht. Ein Wunder aber ist das nicht, sitzt doch mit Robert Basic ein Blogger auf dem Podium, der erst kürzlich sein Blog basicthinking.de verkauft hat - für 46.902 Euro. Doch dieser Preis spielt keine Rolle, eher die Frage, ob und wie man mit Blogs überhaupt Geld verdienen kann.
Eine von viele Fragen an diesem Vormittag, die neben Basic der Handelsblatt-Reporter Thomas Knüwer als Moderator, die Blogger Markus Beckedahl und Sascha Pallenberg und der Journalist und Blogger Stefan Niggemeier diskutieren. Eine Runde von Alpha-Bloggern, wie diese meistgelesenen Autoren gerne genannt werden.
Klare Aussagen zum Kontostand aber gibt es wenige. Lediglich Basic sagt: «Die Möglichkeiten gehen da relativ weit, drei bis vier oder sogar fünftausend Euro im Monat sind schon drin.» Und Peter Turi etwa, der das Medienmagazin turi2 betreibt, komme auf einen Jahresumsatz von 200.000 bis 300.000 Euro.
Die offensichtlich spannendere Frage in dieser Runde aber ist eine andere: die Relevanz von Blogs. Sind Blogger wirklich nur eine «asexuelle neue Idiotae», wie Bernd Graff sie auf Sueddeutsche.de nennt? Sind sie unwichtig geworden, vor allem für die klassischen Medien? Es scheint so, sagt Stefan Niggemeier, Grimme-Preisträger und vor allem durch das Bild-Blog bekannt: «Die ganz große Aufregung, als Blogs dazu getaugt haben, um etwas neues, bedrohliches zu repräsentieren, ist verschwunden.» Und nachdem man sich in den Medien über alles einmal aufgeregt habe, könne man dazu übergehen, alles belanglos zu finden.
Die Diskussion macht schnell deutlich, wie schwer es ist, etwas so heterogenes und vielfältiges wie die deutsche Blogosphäre überhaupt unter einen Hut zu bekommen, erst recht in einer knapp bemessenen Stunde. Da ist Sascha Pallenberg, der von dem Erfolg seines Blogs netbooknews.de «völlig überrannt» wurde, Markus Beckedahl, der nach eigener Aussage «als politischer Blogger für werberelevante Branchen ziemlich uninteressant» ist, Robert Basic, der meint, man nehme sich als Blogger immer zu wichtig oder Stefan Niggemeier, der bei deutschen Bloggern das Sendungsbewusstsein vermisst.
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Pardon und danke für den Hinweis. Das korrigieren wir natürlich.
jetzt antwortenKommentar meldenKleiner Hinweis: Nicht ich habe Blogger "asexuell" oder "neue Idiotae" getauft - das waren Zitate aus Artikeln der "Süddeutschen Zeitung".
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