Von news.de-Redakteurin Anja Guhlan - 01.04.2009, 10.28 Uhr

Musik gratis: Millionen Songs kostenlos

Viele Portale bieten gute Musik gratis an. In der Regel muss man sich noch nicht einmal anmelden und kann Millionen von Songs als Streams in voller Länge anhören. News.de stellt die fünf besten Musikseiten vor.

Von Grönemeyer über Juli bis hin zu Katie Melua: Viele Musikportale im Netz spielen zahlreiche Songs kostenlos. Bild: dpa

Musik aus dem Netz zu laden, ist ein zweischneidiges Schwert. Entweder man bezahlt und ist auf der sicheren Seite, oder man holt sich die Musik kostenlos, das ist dann aber meist illegal.

«Doch künftig werden die Leute weniger Wert darauf legen, Musik zu besitzen. Wichtiger wird der kostenlose Zugang zu Musik sein», behauptete einst der englische Musiker Peter Gabriel, der durch die Rockband Genesis bekannt wurde. Sollte Gabriel wirklich Recht behalten, stehen Musikportalen goldene Zeiten bevor. Wo in Zukunft die Musik spielt, verrät news.de:

Deezer - Deezer On Demand

Auf dem französischem Portal Deezer werden tausende Lieder angeboten, die einfach im Browser in voller Länge angehört werden können. Hier können Nutzer die Deezer-Charts der Genres Electro, Hip-Hop oder Rock hören. Oder sie können direkt den Namen eines Interpreten, eines Albums oder den Songtitel in das Suchfeld eingeben. Die gefundenen Lieder können auch in eigene PlaylistsEine Playlist ist eine Wiedergabeliste für Musik im Internet. eingebunden werden.

Diese Listen bieten die Möglichkeit, die Musik nach Belieben zusammenzustellen. Mal etwas Ruhigeres, mal etwas für die Party daheim – die Qualität ist dafür ausreichend. Webmaster und Blogger können mit Deezer außerdem Playlisten in die eigene Internetseite oder ins eigene Blog einbinden. Wie für einen Web-2.0-Dienst üblich, können aber auch einzelne Lieder in die entsprechenden Seiten zum Abspielen eingebunden werden.

Roccatune – Pick'n'Play

Bei Roccatune lassen sich inzwischen mehr als 1,5 Millionen Songs in bester Qualität einzeln und in voller Länge abspielen. Nutzer können unbegrenzt Playlisten erstellen und diese von jedem Computer aus nutzen. Roccatune wird bereits von zahlreichen großen und kleinen Labels unterstützt. Viele bekannte Popgrößen wie Coldplay, Madonna oder Robbie Williams befinden sich bereits im Katalog.

Dabei bietet Roccatune verschiedene Funktionen an, um den eigenen Musikgenuss zu gestalten: Neben der klassischen Suche nach Songs, Interpreten und Genres lassen sich auch eigene Playlists erstellen oder komplette Alben am Stück hören. Sogenannte adRadio-Kanäle, die dem Nutzer Songs zu bestimmten Themen oder Genres zusammenstellen, sind besonders für Leute geeignet, die sich gern überraschen lassen und etwas Neues entdecken wollen.

Einziges Manko der Seite: Der Musikfluss wird von Zeit zu Zeit von Werbespots unterbrochen. Da Roccatune als werbefinanziertes Portal schlecht ohne Werbung kostenlose Songs anbieten könnte, muss der Musikfan die Unterbrechungen über sich ergehen lassen. Positiv hingegen fällt sofort die gute Streamingqualität auf.

Last.fm – Entdecke neue Musik

Das Portal Last.fm gilt als europäische Web-2.0-Community, denn es vereint Radio und soziales Netzwerk in einem. Auch hier kann man sich jede Menge Musik kostenlos anhören. Zumindest noch in Deutschland, Großbritannien und den Vereinigten Staaten. In allen übrigen Ländern sollte man die StreamingAllgemein ist Streaming ein Verfahren, bei dem Daten kontinuierlich fließen. Bei Musikportalen kann somit die Musik bereits angehört werden, während die Übertragung noch läuft. -Funktion in naher Zukunft nur noch gegen eine monatliche Abo-Gebühr nutzen können. Nach massiven Protesten der Communityhat Last.fm nun angekündigt, das umstrittene Abo-Modell vorerst zurückzunehmen.

Doch schon jetzt bietet Last.fm seinen Kunden einen speziellen Abo-Service an: Für 2,50 Euro monatlich hat der Nutzer einen werbefreien Zugang, kann individuelle Playlists erstellen und hat einen exklusiven Vorabzugriff auf frisch implementierte Musikstücke. Bei vielen Künstlern gibt es auch noch die Videos dazu.

Lesen Sie auf Seite 2 weiter, welche Musik-Portale im Netz noch angesagt sind

Jamendo – Mach die Ohren auf

Derzeit sind bei Jamendo etwa 9000 Musiker und Bands gemeldet, die insgesamt rund 200.000 Stücke dort abgelegt haben. Die einzelnen Werke können hier nicht nur angehört werden, sondern unter Berufung auf das Lizenzmodell Creative Commons legal heruntergeladen werden. Das bedeutet für den Kunden, dass er die kostenlosen Songs kopieren, verschenken und auch verändern kann, sooft er möchte. Ausgedacht wurde dieses Konzept in Luxemburg, wo Jamendo auch seinen Sitz hat. Das Angebot richtet sich gleichermaßen an die Künstler wie an die Konsumenten und führt damit beide näher zusammen.

Ebenfalls können Musiker mit Jamendo einen höheren Bekanntheitsgrad erreichen. Einfach anmelden, Musik uploaden, auf Jamendo präsentieren und zum Download anbieten. Unter Pro Jamendo können ab sofort auch Restaurants, Hotels und der Einzelhandel, aber auch andere Gewerbe von der Musik auf Jamendo profitieren.

Nicht nur ist die Lizenzstruktur bei Jamendo ist um ein Vielfaches verständlicher als der Tarifdschungel bei der Gema. Auch die Preise sind generell niedriger. Jamendo bezeichnet sich deshalb als Alternative zur Gema.

Spool.fm – The Online Music Player

Auch bei Spool.fm ist es möglich Musik zu suchen, Playlists zu erstellen und diese direkt abzuspielen. Gesuchte Songs können hier einfach per Drag & Drop-System mit dem Mauszeiger in die Playlists gezogen werden. Zusätzlich bietet Spool.fm die Möglichkeit die Song-Fundstücke zu bewerten.

Über die fünf vorgestellten Musikdienste hinaus gibt es noch weitere zahlreiche Angebote im Netz, die der Musikliebhaber kostenlos nutzen kann. Unter anderem sind noch nennenswert SkreemR, Spotify (leider noch nicht in Deutschland verfügbar), Songza, Magnatune und Seeqpod – bei all diesen Portalen kann ebenfalls auf ein gigantisches Musikarchiv zurückgegriffen werden und sie funktionieren ähnlich wie die vorgestellten Internetseiten.

ruk

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