So., 12.02.12
Wir fasten uns ran

34 Tage ohne Google Geliebte Cluster

Von news.de-Redakteur Karsten Busch

Artikel vom 31.03.2009

Ich suche noch. Ohne Google. Ja, ich halte durch und lerne dabei sogar noch, obwohl ich mich kaum von meinen Gewohnheiten verabschiede. Warum Bequemlichkeit manchmal bequem weitere Erkenntnisse bringt - ein Zwischenstand des Google-Experiments zur Fastenzeit.

Es ist erstaunlich, wie viel Energie faule Menschen darauf verwenden, bequem zu sein. Ich gehöre dazu. Ich suche nach wie vor vorwiegend über clusty.com, anstatt nach Alternativen zu schauen. Zu sehr habe ich mich an diese Suchmaschine gewöhnt. Und wenn mal wieder vorwiegend englische Suchergebnisse kommen, dann flechte ich eben ein deutsches Wort ein, das zur jeweiligen Kategorie passt.

Meist funktioniert das sogar ganz gut - was ja auch für Clusty spricht. Irgendwie ist die Seite vom Suchgefühl her auch näher an Google als die anderen. Dazu kommt die Kategorisierung der Ergebnisse auf der linken Seite, die mühsames Blättern ersparen können.

Vielleicht mag ich ja nach all der Zeit nur das Design zu sehr, so dass ich altavista.de zu oft links liegen lasse. Zu Unrecht, denn eigentlich gibt es an der deutschen Maschine nicht viel zu meckern. Ich finde was ich im Alltag so suche und ich finde auch recht ähnliche Ergebnisse wie mit Clusty. Was ich von ask.de zum Beispiel nicht sagen kann. Die Suchergebnisse dort mögen nicht schlechter sein als bei meinen Favoriten, aber das werde ich nie herausfinden. Warum?

Wenn ich erst über eine volle Seite Werbelinks hinweg scrollen muss um die ersten Treffer zu finden, vergeht mir die Lust. Die Rede ist von einer vollen Seite auf einem üblichen 19-Zoll-Monitor. Klar, auch Ask muss seinen Dienst finanzieren, aber trotzdem: Ein klarer Punkt für Google, wo man die klare Linie und wenig aufdringliche Werbung zum Grundprinzip erklärt hat.

Nein, ich hab Google nicht angerührt, auch nicht versehentlich aufgerufen. Ich habe das Suchfeld aus einem frisch installierten Firefox auch gleich entfernt. Aber ich hatte das Buch Das Google-Imperium von Lars Reppesgaard in den Händen und war noch einmal beeindruckt vom konzentrierten (Rück-)Blick auf all das, was uns zur Gewohnheit geworden ist - auch das Design. Schon die ersten Seiten, die ich las, schärften gewissermaßen noch einmal meinen Blick für Googles Suchdienst.

Und die Moral dieser Zwischengeschicht'? Faulheit kann einen durchaus weiter bringen, wenn man durch sie lernt, auch mit scheinbar Bekanntem gezielter arbeiten zu können. Weil das aber nicht alles sein darf, muss ich mich trotzdem weiter umsehen. Immer noch nicht im Sinne eines umfassenden Tests, aber als Stippvisite bei Googles recht abgeschlagener Konkurrenz. Dazu gehört ein Treffen mit metager.de, einer alten Bekannten. Aber dazu später mehr.

ruk
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34 Tage ohne Google: Geliebte Cluster » Medien » Nachrichten

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