Im Mainstream angekommen
Wollen Sie wissen, wie es bei dem Thema weitergeht?Wir informieren Sie gerne kostenlos.
Dennoch hat sich die Veranstaltung einen leicht chaotischen Charme bewahrt. «Da würde ich heute sogar noch ein Ausrufezeichen hintersetzen», sagt Haeusler und fügt hinzu: «Unser Motto, ‹Shift happens›, gilt ganz sicher auch für die Organisatoren, wir sind alle drunter und drüber und freuen uns, wenn es endlich losgeht.» Kein Wunder, bespielt die re:publica doch in diesem Jahr nicht mehr nur die mit 1500 Quadratmetern fast noch überschaubare Berliner Kalkscheune, sondern auch den Friedrichstadtpalast. «Das ist schon eine verdammt große Bühne», sagt Haeusler. «Wir sind im Mainstream angekommen und ohne die Förderung vom Medienboard Brandenburg, der Bundeszentrale für politische Bildung oder Sponsoren wie IBM könnten wir so etwas auch nicht mehr stemmen. Und wir könnten die günstigen Eintrittspreise nicht halten.»
Zum charmanten Chaos passt auch das bunt gemischte Publikum. «Ich denke, alleine das ist schon ein großer Anreiz», sagt Haeusler. «Fast alle haben eine Rechner dabei, sind permament online und bloggen oder twittern«Twitter» (www.twitter.com) ist eines der am schnellsten wachsenden sozialen Netzwerke, mit dem sich Nachrichten von 140 Zeichen veröffentlichen lassen. «Twitter» kommt aus dem Englischen und bedeutet Gezwitscher. Die Nachrichten («Tweets») können abonniert und beantwortet werden. So entsteht ein weltweites Geflecht aus Botschaften. .» Und diese Stimmung soll, so hoffen die Organisatoren, auch trotz des schnellen Wachstums erhalten bleiben.
Das Programm der Konferenz ist so breit gefächert wie das Internet selbst. Innerhalb des gesteckten Rahmens gibt es genügend Nischen für Vorträge etwa über «das Microsoft-freie Büro», «Streetart - Die Straße als Blog», politische Zensur oder bloggende Frauen. Zudem findet in diesem Jahr im Rahmen der re:publica erstmals die Subkonferenz re:health statt. Denn die Macher gehen davon aus, dass das Internet auch die Gesundheitsversorgung nachhaltig verändern wird. Und so diskutieren in den kommenden drei Tagen auch Ärzte, Gründer und Experten über neue Formen medizinischer Kommunikation im Internet. Da geht es dann beispielsweise um den vernetzten Patienten, das Internet als Informationsplattform in medizinischen Fragen oder «Datenschutz und Recht im medizinischen Web 2.0».
Alles in allem ist die re:publica zwar immer noch eine Konferenz «von Machern für Macher», wie Haeusler betont, doch sie ist erwachsen geworden. Als familiär könnte man sie zwar nach wie vor bezeichnen, doch die Zeit, in der die Blogger unter sich waren, ist wohl vorbei. Ein immenser Fortschritt, sieht man sich das Programm und die prominent besetzten Vorträge, Diskussionen und Workshops an. Auch hier gilt: Shift happens.
ruk
Zum Thema
Thema verfolgen »
Artikel kommentieren
Sie haben noch kein Blog? Dann wird es höchste Zeit. Wie Sie kostenfrei ein Weblog anlegen können, mehr ...
Twitter gibt den Takt vor und das Netz versucht mitzuhalten. Jetzt reagiert auch das Online-Netzwerk Facebook auf mehr ...
Allen Protesten zum Trotz schickt der Internetgigant Google wieder mit Kamera ausgerüstete Autos auf Deutschlands Straßen. mehr ...
Würde Schiller heute bloggen? Oder twittern? Der Direktor des Deutschen Literaturarchivs in Schillers Geburtsstadt Marbach, mehr ...