re:publica'09

Im Mainstream angekommen

Von news.de-Redakteur Florian Blaschke

Für drei Tage treffen sich in Berlin Blogger und andere Netzbewohner unter dem Motto «Shift happens» - Veränderung passiert - zur Konferenz re:publica'09. Erwartet werden bis zu 1600 Teilnehmer. Das einst familiäre Bloggertreffen, bei dem es längst um mehr als das Internet geht, ist erwachsen geworden.

Vor zwei Jahren, so hat eine Studie ergeben, verfügten 68 Prozent aller Deutschen über einen Internetzugang, heute dürfte der Prozentsatz noch weit darüber liegen. Wie so viele Medien zuvor hat auch das World Wide Web Leben und Gesellschaft nachhaltig verändert. Und es ist ständig in Bewegung. «Shift happens» heißt folgerichtig auch das Motto der diesjährigen re:publica'09, einer Internetkonferenz, die von heute an bis Freitag in Berlin stattfindet.

Die Blogger Johnny Haeusler (Spreeblick) und Markus Beckedahl (netzpolitik.org) haben die Konferenz vor zwei Jahren ins Leben gerufen. «Eigentlich war das mal als Bloggerkonferenz gedacht», sagt Mitorganisatorin Tanja Haeusler. «Es wurde einfach Zeit, dass sich die Macher aus der virtuellen Welt auch mal in der richtigen Welt treffen.» Doch war man damals noch eher unter sich, in einem «familiären, niedlichen Rahmen» (immerhin schon 900 Besucher), werden dieses Jahr bis zu 1600 Teilnehmer erwartet. Und sei unter anderem auf das erweiterte Themenspektrum zurückzuführen, auch, wenn der Schwerpunkt nach wie vor auf den sozialen Medien liege, wie Haeusler betont.

Der größere Anziehungspunkt in diesem Jahr dürfte jedoch die Prominenz sein, die in Berlin neben den üblichen Verdächtigen auftritt. Lawrence Lessig, Erfinder der CC-LizenzCreative Commons (englisch für «schöpferisches Gemeingut») ist eine gemeinnützige Gesellschaft, die es Autoren im Internet durch Lizenzverträge ermöglicht, der Öffentlichkeit Nutzungsrechte an ihren Werken einzuräumen., wird ebenso vor Ort sein wie Wikipedia-Gründer Jimmy Wales, die arabische Bloggerin Ersra’a Al Shafei, Mary C. Joyce, ehemalige Beauftragte für Neue Medien der Obama-Kampagne, der Bundesdatenschutzbeauftrage Peter Schaar oder der 21-jährige 4chan4chan ist ein so genanntes «Imageboard», ein Internetforum, in dem es hauptsächlich um den Austausch von Fotos geht.-Gründer Christopher Poole alias «moot», vom Time Magazine gerade zum einflussreichsten Menschen 2009 gewählt. War die re:publica vor drei Jahren noch eine «neugierig beäugte Nische», wie Tanja Haeusler sagt, ist die Konferenz heute einer der wichtigsten Ideengeber der Internetbranche.

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re:publica'09: Im Mainstream angekommen » Medien » Nachrichten
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