Von news.de-Redakteurin Katharina Peter
Dem zynischen Taxifahrer Jack Bruno krabbeln eines Tages zwei Kinder ins Auto. Die beiden sind Außerirdische und auf der Flucht. Und schon beginnt das humorige Disney-Kinoabenteuer mit dem sympathischen Ex-Wrestling-Star «The Rock».
Wer glaubt, dass es Ufos und Außerirdische gibt, den hält man schlicht und einfach für verrückt. Und so braucht auch Taxifahrer Jack Bruno einen Moment bevor er den beiden seltsamen Kindern auf seiner Rückbank mit dem großen Batzen Geld in der Hand glaubt, dass sie von einem anderen Stern stammen und die amerikanische Regierung ihr Raumschiff beschlagnahmt hat.
Erst als die blonde Sara ein paar CDs durch den Wagen fliegen lässt, ihr Bruder Seth seinen Arm durch eine Eisentür steckt und ein Killer-Alien immer wieder versucht hat, die Geschwister und ihren Beschützer wider Willen in die ewigen Jagdgründe zu befördern, fängt Jacks Skepsis an zu bröckeln. Zumal die Mission, die die Geschwister auf sich genommen haben, die Erde retten könnte.
Bereits 1975 brachten die Disney-Studios den Kinderfilm Die Flucht zum Hexenberg in die Kinos. Wegen des großen Erfolgs gab es gleich noch eine zweite Auflage mit Der Sieg der Sternenkinder (1978) plus anschließender TV-Serie. Die Wiederauflage der Geschichte um die Geschwister mit den außergewöhnlichen Fähigkeiten ist zwar kein direktes Remake, aber schickt ab und zu ein kleines anerkennendes Lächeln in Richtung des Originals. So etwa in Gestalt von Kim Richards und Ike Eisenmann, die vor über 30 Jahren die kindlichen Helden mimten und nun kleine Nebenrollen als Kellnerin Tina und Sherrif Antony übernehmen.
Noch vor einigen Jahren wurde Dwayne Johnson - auch bekannt als «The Rock» - als der muskelprotzige Nachfolger von Schwarzenegger, Stallone und Co. gehandelt. Mit dem herzigen Disney-Streifen zeigt der ehemalige Wrestlingchampion erneut, dass er sich auf dieses Erbe einfach nicht festlegen mag. Stattdessen setzt er lieber auf sein komödiantisches Talent und lässt nur nebenbei die Fäuste sprechen. Diese Entscheidung hat ja schon bei Be Cool und auch Get Smart für einige angenehme und brüllkomische Überraschungen gesorgt.
Leider ist die Kooperation zwischen Johnson und Regisseur Andy Fickman nicht gerade die glücklichste. Bereits mit Daddy ohne Plan fabrizierten die beiden vor zwei Jahren eine eher seichte Komödie mit ein bisschen zu viel Schmalz. Sicherlich haucht «The Rock» als etwas tolpatschige Vaterfigur auch diesmal der Geschichte wieder genügend ein, um die Zuschauer nicht gelangweilt und genervt durch die 98 Minuten zu schleifen. Und auch die kleinen Schützlinge sind durchaus herzig anzusehen. Doch das besondere Etwas fehlt.
Dabei startete Fickman seine Kinokarriere auf dem Regiestuhl ziemlich vielversprechend mit dem frech-anarchischen Kiffer-Musical Reefer Madness und setzte mit der High-School-Variante She's the Man von Shakespeares Geschlechtertausch-Komödie Was ihr wollt noch clever einen drauf.
Doch von diesem kreativen Kopf ist in Die Jagd zum magischen Berg nicht mehr viel zu spüren. Sicher - auch hier gibt es einige liebenswert-schrullige Figuren, die aber bleiben im Disney-Einerlei die Ausnahme. Hinzu kommt, dass einige der Effekte ganz schmerzlich nach billiger Studioproduktion aussehen und die Spannung vor allem durch die ständig treibende Musik von Trevor Rabin erzeugt wird, der zuvor das Tempo in Vermächtnis des geheimen Buches und Get Smart musikalisch anzog.
Zwar ist der herzige Abenteuerfilm sehr konventionell aufgebaut und lässt fast jede Wendung in der Geschichte weit im Voraus erahnen. Spaß macht der Streifen dennoch. Und das ist vor allem Johnson zu verdanken. Denn dem liebenswerten Koloss ist in jeder Sekunde anzumerken, wie viel diebischen Spaß ihm die Schauspielerei bereitet.
Titel: Die Jagd zum magischen Berg
Regisseur: Andy Fickman
Spielzeit: 98 Minuten
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2009
FSK: ab 6