Von Caroline Bock
Susan Murphy ist ein ganz normales kalifornisches Mädchen. Bis sie an ihrem Hochzeitstag von einem Meteor und dessen glibberigen Weltraumschleim getroffen wird. Es beginnt ein Abenteuer, das auch eine Persiflage auf Science-Fiction- und Actionfilme ist.
Danach ist nichts mehr wie vorher. Susan schießt irrsinnig in die Höhe, wird 15 Meter groß. Als «Monster» wird sie umgehend vom Militär ergriffen und zu einem streng geheimen Gelände gebracht, auf dem seit Jahren schon andere skurrile Gestalten zusammengepfercht werden. Doch die Tage ihrer Gefangenschaft sind gezählt. Als die Erde von seltsamen Außerirdischen angegriffen wird, können nur noch Susan und die anderen Mutanten helfen.
Die bunt gemischte Monstertruppe zieht wacker gegen die Aliens zu Felde. Nach Shrek und Kung Fu Panda lässt DreamWorks seine bizarren Monster auf die Kinoleinwand los - in ausgewählten Kinos sogar in 3D. Und dafür hat das Hollywoodstudio extra ein neues, verbessertes 3D-Format entwickelt. Der Pingpong-Ball fliegt direkt auf die Zuschauer zu, die einstürzende Golden-Gate-Brücke kracht einem um die Ohren. Die Monster sind zum Greifen nah.
Die Komödie Monsters vs Aliens ist die erste digitale Comicgeschichte in dieser Technik, die Animationschef Jeffrey Katzenberg für bahnbrechend hält. Er vergleicht sie mit dem Siegeszug des Farbfilms. Für den Zuschauer ist es ein netter Filmspaß, vorzugsweise mit Begleitung im Schulalter anzugucken. Ob dieses 3D gleich eine neue Epoche im Kino einläutet, wird sich erst noch zeigen.
Früher wurden die dreidimensionalen Effekte erst nachträglich eingearbeitet, jetzt entstehen sie gleich von Anfang an. Die Produktion von Monsters vs Aliens dauerte vier Jahre. 500 Künstler wirkten mit. Die Brillen für die Zuschauer sind bequemer und aus Plastik, nicht aus Pappe. Die Effekte sind in die Handlung integriert und nicht mehr bloße Gimmicks. Ein angenehmer Nebeneffekt für die unter Raubkopien leidende Filmbranche: Ohne Brille sind die Bilder teils unscharf und lassen sich schlecht im Kinosaal mit der Videokamera abfilmen. Die Komödie wird aber auch in «2D» auf den Markt kommen.
Die Geschichte (Regie: Rob Letterman/Conrad Vernon) ist eine Persiflage auf Science-Fiction- und Monsterfilme aus den 50er Jahren und auch auf amerikanische Actionserien. Schauspieler Kiefer Sutherland, in der Serie 24 der knallharte Agent Jack Bauer, nimmt sich im amerikanischen Original als Stimme eines bulligen US-Generals auf die Schippe. Reese Witherspoon spricht die Heldin Susan, die von Weltraumschleim getroffen wird und monsterhafte 15 Meter groß wird. Auf Deutsch sind Diana Amft (Susan), Oliver Kalkofe (als Schleimwesen B.O.B.) und Actiondarsteller Ralf Moeller zu hören. Moeller leiht der Muskelkreatur Missing Link seinen Bass. «Ralf muss einfach im Raum stehen und männlich sein», sagte Kalkofe.
Titelheldin Susan sieht aus wie eine Barbie-Karikatur. Der Film beginnt mit ihrer Hochzeit, bei der sie auf einmal zum Monster wird. Sie landet in einem abgeschirmten, geheimen Labor, wo sie auf die anderen Kreaturen trifft, die vor den Leuten versteckt werden, weil niemand wissen soll, dass es sie gibt. Am Anfang findet Susan es schrecklich, dass sie so riesig ist. Doch dann freundet sie sich mit ihren Monsterkollegen an und rettet als «Gigantika» die Welt. Der US-Präsident im Film ist ein Trottel, der den roten Knopf für die Atombomben fast mit dem Knopf verwechselt, mit dem er seinen Café Latte bestellt.
Die digitale Welt, die Wolkenkratzer von San Francisco, die Wüste, die Kommandozentrale, das alles sieht echt aus - dazu sind die schillernden Cartoon-Figuren wie die kluge Kakerlake mit den Riesenaugen ein gelungener Kontrast. Wer Filme wie Bee Movie mag, wird auch Monsters vs Aliens gutfinden. Den Kampf an den US-Kinokassen hat der Streifen am Wochenende schon einmal gewonnen. Der Animationsfilm brachte es Studioschätzungen zufolge auf 58,2 Millionen Dollar (knapp 44 Millionen Euro) und legte damit den bisher besten US-Start des Jahres hin.
Titel: Monsters vs Aliens
Regisseur: Rob Letterman, Conrad Vernon
Synchronsprecher: Diana Amft (Susan), Oliver Kalkofe (B.O.B.), Ralf Moeller (Missing Link)
Spielzeit: 95 Minuten
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2009
FSK: ab 6
Kinostart: 2. April 2009