«Bis(s) zum Ende der Nacht» Päpstliches Finale einer Vampirsaga

Twilight (Foto)
Friede, Freude, Eierkuchen? Wäre doch fast zu schön für eine richtige Vampirsaga, oder? Bild: news.de

Von news.de-Redakteurin Mandy Hannemann
Die Geschichte um Vampir Edward und seine sterbliche Geliebte Bella Swan hat ihr großes Finale gefunden. Mit einfachen Worten: «Und sie lebten glücklich bis in alle Ewigkeit.» Ganz brav und ganz moralisch.

Er ist ein Unsterblicher, der sich menschlichem Blut verweigert, sie eine junge Frau, die sich für ihre Liebe opfern will. Die amerikanische Autorin Stephenie Meyer hat mit dem jungen Pärchen heile Welt in die Köpfe ihrer Leserschaft gepflanzt. Eine Welt, in der der Glaube an das Glück die alleinige Macht ist, um sich den Widrigkeiten des Lebens zu widersetzen. Wie sonst könnte die Liebe einer Sterblichen zu einem Vampir nicht in ihrem Tod enden? Nun, jede Krise braucht ihre Hoffnung, auch wenn sie logisch betrachtet ziemlich unlogisch erscheint.

Dieses Prinzip verfolgt Meyer nicht nur in diesem finalen vierten Band, es ist das Grundprinzip der gesamten Vampirsaga. Warum auch nicht? Bücher, die nur der Logik und Vernunft folgen, können weibliche Fans eben nicht aus der Realität entführen. Anders ist das bei einer Geschichte, die auf Gefühl, Gefahr, Rachedurst und die Prüfungen des Lebens setzt.

Dabei hat das Finale der Vampirsaga ein Problem: Das Ende ist früh vorauszusehen. Nun ist nichts Schlechtes an einem Happy End, vor allem nicht, wenn es mit einer Prise Dramatik gewürzt ist. Jedermanns Geschmack dürfte die Erzählung jedoch nicht sein.

Ganz brav wird nach Bellas 18. Geburtstag geheiratet. Ganz klassisch verschlägt sie ihre Hochzeitsreise auf eine einsame Insel, auf der nicht ausbleibt, was im braven Eheleben dazu gehört. Meyer allerdings hält sich fern von Details und schlägt jeder Vorstellung von vampirischer Kraft ein Schnippchen. Edward zerreist seine Liebste in der Nacht nicht, hinterlässt stattdessen nur ein halb demoliertes Schlafzimmer und jede Menge blauer Flecken. Doch statt sich mächtig zu fühlen, zieht sich der ernährungstechnisch kastrierte Vampir brav zurück und gibt alles, um seiner besseren Hälfte körperlich bloß nicht zu nah zu kommen.

Spuren hat er trotzdem hinterlassen: ein Kind. Halb Vampir, halb Mensch ist der Nachwuchs potenzielle Todesdrohung für die Mutter. Der Vater suhlt sich in Selbstkasteiung und würde alles tun, um der Geliebten die Qual zu ersparen. Doch die würde ihr Leben nie über das ihres Kindes stellen. Letztlich überlebt Bella. Oder anders: Edward greift zum letzten Mittel und macht aus ihr einen Vampir. Ganz päpstlich heiligt der Zweck die Mittel.

Friede, Freude, Eierkuchen? Noch nicht ganz. Denn die mächtigsten aller Vampire, die Volturi, haben die Vampirfamilie um Edward schon lange im Visier – weil sie durch ihre vegetarische Haltung anders sind. Mit Bellas und Edwards Kind fällt die letzte Hürde, es gibt einen Grund, die Vernichtung anzustreben, denn die Volturi verboten einst, Vampirkinder zu erschaffen. Doch jeder, der des Denkens mächtig ist, kann mit den richtigen Argumenten bekehrt werden. Also doch: Friede, Freude, Eierkuchen.

Autor: Stephenie Meyer
Titel: Bis(s) zum Ende der Nacht
Verlag: Carlsen
788 Seiten
Preis: 24,90 Euro
Erscheinungsmonat: Februar 2009

bla/news.de

Leserkommentare (4) Jetzt Artikel kommentieren
  • Kommentar 4
  • 24.07.2009 18:39

Die Biss Reihe war wirklich unglaublich!! Sie snd super geschrieben und mann kann einfach nicht aufhören zu lesen.. ich selbst würd mir noch gern ein fünftes buch wünschen da die geschichte einen einfach in ihren bann zieht und mann sich danach trotzdem fragt wie gehts weiter und wieso ist es schon vorbei..

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  • Kommentar 3
  • 05.06.2009 22:55

Gibt es etwas schöneres als die schon fast in der ganzen Welt bekannten Biss-Reihe? Vermutlich nicht!Nicht nur das die Geschichte, obwohl die Idee Liebe zwischen Mensch und Vampir nichts neues ist, ist die Story etwas völlig neues! Ein MUSS für jedes Wesen mit ein paar Gehirnzelln! Dazu kommt noch das die Character einen unheimlich sympatischen charisma haben und einen sofort mit ihrer story fesseln! Die Autorin beweist auch das Liebesschwüre wie für immer und ewig nicht unbedingt etwas mit Kitsch zu tun haben müssen! Mit ihrem witzigen Schreibstil und charm lockt sie die Leser in ihren Bann!

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  • Kommentar 2
  • 23.04.2009 02:59

Ich finde es einfach nur genial. Erstens: Weil es mal nicht richtig auf Kitsch gemacht ist. Zweitens: Man kann nie aufhören zu lesen. Drittens: Wann wird schon mal Liebe unter Vampieren und Menschen so behandelt?? Einfach nur das genilste was ich je gelesen hab. Alle die zu faul sind zu lesen verpassen wirklich was!!

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