Durstige Blumen twittern um Hilfe
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Von news.de-Redakteurin Anja Guhlan
Artikel vom 26.03.2009Pflanzen können jetzt über Twitter oder per SMS ihren Besitzer benachrichtigen, dass sie Durst haben. Vier Studenten aus New York haben das entsprechende System dazu entwickelt – Botanicalls.
Es ist ein trauriger Anblick: Unmotiviert lassen die Pflanzen die grünen Blätter hängen. Der Boden ist trocken wie die Sahara und die Stiele knicken bald ein. Doch vier findige New Yorker haben ein Ziel: nie wieder ausgetrocknete Pflanzen. Denn ihr neues Notruf-System Botanicalls soll Zimmerpflanzen automatisch vor dem Austrocknen bewahren. Denn Kakteen, Orchideen und Co. können bei Wassermangel einen Hilferuf via Twitter absenden.
Wie das gehen soll? Im Internet kann sich der künftige Nutzer für 160 Dollar (rund 103 Euro) einen Bausatz kaufen mit der entsprechenden Hardware. Als Erstes sind Sensoren in dem Bausatz enthalten. Sie werden direkt an der Pflanze angebracht und messen die Bodenfeuchtigkeit und den Lichteinfall. Außerdem sind eine Platine, ein USB-programmierbarer Controller und ein Ethernet-Adapter für eine Verbindung zum Internet mit dabei. USB- und Ethernet-Kabel sowie Netzteil liegen ebenfalls bei. Der Haken: Der Hobbygärtner muss die Hardware selbst zusammenlöten. Löt-Erfahrung sei aber nicht zwingend nötig, beruhigen die vier New Yorker Entwickler. Im Notfall helfe auch diese Bauanleitung. Ein Twitter-Account darf jedoch keinesfalls fehlen.
Dann kann es losgehen: Sobald die Pflanze zu wenig Wasser bekommt, registriert dies der Feuchtigkeitssenor im Blumentopf. Die Informationen werden dann mittels der Technik als Kurznachricht an den Twitter-Account weitergeleitet. Dort können die Informationen online eingesehen oder auf das Handy weitergeleitet werden. Der Nutzer weiß fortan immer, wie es seiner Pflanze geht. Wenn er sie dann bei Gelegenheit gießt, bedankt sich die Pflanze via Twitter auch.
Die Initiatoren des Projekts, Kate Hartman, Kati London, Rebecca Bray und Rob Faludi wollen mit Botanicalls dem Menschen und den Pflanzen neue Kommunikationswege eröffnen. «Pflanzen, sie sonst vernachlässigt würden, bekommen die Möglichkeit, Menschen um Hilfe zu bitten», schreiben die Initiatoren auf ihrer Internetseite. Sie wollen in erster Linie also Pflanzen am Leben erhalten. Gleichzeitig wollen sie auch die Verbindung der Menschen zu den Pflanzen verbessern. Den Sinn für Humor wollen sie mit dem Projekt aber auch bewahren.
mik
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