Von news.de-Redakteur Timo Nowack
Das Motto lautet «Jetzt erst recht»: Der Krise zum Trotz wird das Who-ist-Who der Medienbranche am Mittwoch sich selbst und die Preisträger der Lead Awards feiern. Favorit bei den «Zeitschriften-Oscars» ist das «Zeit Magazin» mit gleich sechs Nominierungen.
Lead-Magazin des Jahres, so wollen sie sich alle nennen - es ist der wichtigste Preis der deutschen Zeitschriftenbranche. Wenn der Titel am 1. April in Hamburg verliehen wird, sind nominiert: das Zeit Magazin, das Wirtschaftsheft Brand eins und der Stern.
In den anderen 17 Kategorien aus den Bereichen Cover, Zeitschriftenbeiträge, Fotografie, Designer, Anzeigen und Websites ist das Zeit Magazin weitere fünfmal nominiert – dicht gefolgt vom Stern mit weiteren vier Nominierungen. Aber auch kleinere Hefte können auf Auszeichnungen hoffen, so etwa das Gesellschaftsmagazin Dummy oder Max Joseph, das Magazin der Bayerischen Staatsoper.
Im Vergleich zum vergangenen Jahr registrieren die Veranstalter eine Konzentration aufs Wesentliche. Die Macher von Zeitschriften würden in Zeiten der Krise sachlicher berichten. So sei zu erkennen, «dass die Substanz zurückkehrt und auf schmückendes Beiwerk zunehmend verzichtet wird», meint Lead-Awards-Chef Markus Peichl.
Im Online-Bereich ist die Mischung der Angebote noch vielfältiger als im Print: In der Kategorie Webmagazin des Jahres sind der Architekten-Dienst Baunetz, das Webradio Byte FM und Bild.de nominiert. Um den Preis Webcommunity des Jahres konkurrieren der Kreditvermittler Smava, die Musikplattform Soundcloud und der Microblogging-Dienst Twitter.
Beworben hat sich von den Medaillenkandidaten niemand – das ist bei den Lead Awards nicht möglich. Die Mitglieder der ausrichtenden Lead Academy sichteten die gesamten Jahrgänge von rund 350 Zeitschriften und über 500 Online-Angebote. Daraus wählten dann 120 Juroren die Preisträger aus. Zusätzlich gibt es dieses Jahr erstmals einen Publikumspreis mit Online-Abstimmung.
Und die Awards 2009 haben eine weitere Premiere zu bieten: Die nominierten Werke sind zum ersten Mal schon vor der Preisverleihung für jedermann zu sehen: Die Ausstellung Visual Leader, die sonst immer erst am Abend der Verleihung ihre Tore öffnete, läuft nun schon seit dem 14. März in den Hamburger Deichtorhallen.
Diese zeitliche Trennung von Ausstellung und Preisverleihung ist durchaus keine ungeschickte Maßnahme, wie ein Blick auf die finanzielle Situation der Awards zeigt: Nachdem mit dem Spiegel-Verlag einer der Hauptsponsoren abgesprungen war, stand die feierliche Abendveranstaltung lange auf der Kippe, wie der Branchendienst Meedia berichtete.
Erst anderthalb Wochen vor der Verleihung kam dann die Entwarnung: «Die Finanzierung der Lead-Awards-Veranstaltung 2009 ist gesichert», sagte Markus Peichel gegenüber Meedia. «Möglich gemacht wurde das durch einen beispiellosen Akt der Unterstützung seitens mehrerer Hamburger Verlage und Mediaagenturen.» Trotzdem soll die Feier nun etwas weniger aufwendig ausfallen, unter anderem ohne harte Alkoholika, wie der Mediendienst kress berichtete. Die Krise ist also doch bei den Lead Awards angekommen, auch wenn es hätte schlimmer kommen können.
Und um sich in solch schwierigen Zeiten die Laune nicht ganz verderben zu lassen, hat die Jury erstmals eine Arbeit für gleich zwei Lead Awards nominiert - den Beitrag «Sex» des Star-Fotografen Mario Testino.
Die Ausstellung: Visual Leader 2009. Das Beste aus Zeitschriften und Internet, 14. März - 26. April 2009, Deichtorhallen, Hamburg
Das Symposium: Jetzt erst recht! LeadAwards 2009 Symposium, 1. April 2009, 10 Uhr, Eintritt: 20 Euro, ermäßigt 8 Euro
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