Kleine Geschichtsstunden
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Von news.de-Redakteur Tobias Köberlein
Artikel vom 20.03.2009
Historische Stoffe sind en vogue. Diese Woche protzt das ZDF mit einem Dreiteiler über die Industriellendynastie Krupp. Das Erste kontert mit einer Flüchtlingsgeschichte. Und bei Arte kocht eine schöne Frau einen Zyniker weich.
Am Freitag geht es aber zunächst an einer Schule in einem Pariser Vorort rund. Isabelle Adjani spielt eine Lehrerin, die nach Jahren voller Demütigungen austickt und ihre eigenen Schüler als Geiseln nimmt. Heute trage ich Rock! (Arte, 21 Uhr) stellt gnadenlos die Defizite des Schulsystems bloß und zeigt eindrucksvoll die fatale Spirale von Erniedrigung und Rache - ein Film, der nach dem Amoklauf von Winnenden aktueller denn je ist.
Erst zum zweiten Mal überhaupt gastiert am Samstag (20.15 Uhr) der Tross von Wetten, dass ...? in München. In der bayerischen Landeshauptstadt begrüßt Thomas Gottschalk unter anderem Starkicker Luca Toni, Witzgigant Mario Barth. Hollywood-Star Kevin James und Schauspielerin Iris Berben, die für den Dreiteiler Die Krupps - Eine deutsche Familie die Werbetrommel rührt. Für musikalische Unterhaltung sorgen die Schweden-Dandys von Mando Diao, die Boyband Take That und Opernstar Rolando Villazón.
Am Sonntag muss sich der geneigte Zuschauer wohl zwischen den besagten Krupps (ZDF, 20.15 Uhr) und dem Münsteraner Tatort: Höllenfahrt entscheiden. In letzterem hängt ein Banker an einem Baum. Mord! - so viel ist klar. Das bewährte Duo Boerne (Jan Josef Liefers) und Thiel (Axel Prahl) gondelt zu Aufklärungszwecken durchs malerische Münsterland und befehdet sich auf gewohnt schmallippige Weise. Bei der Industriellensippe Krupp (ZDF, 20.15) herrschen dagegen andere Sitten. Geredet wird kaum - wenigstens nicht miteinander. Dafür verketten sich Schicksale miteinander, Kanonen donnern, und Buddenbrooks-Flair verbreitet sich über den Bildschirm. Das Ergebnis ist gigantomanisches Fernsehen der Extraklasse.
Das Traumpaar aller Hollywood-Romanzen kann man am Montag bei Sat1 bewundern. Pretty Woman (20.15) ist so etwas wie die Mutter aller modernen Aschenputtel-Geschichten. Zwischen Julia Roberts und Richard Gere funkt es, und der Zuschauer, zumal wenn er weiblich ist, schluchzt ergriffen ins Taschentuch.
Ganz und gar Unromantisches bietet das ZDF am Dienstag. In der letzten Folge des Dreiteilers Die Machtergreifung (20.15 Uhr) erklärt das Team um ZDF-Chefhistoriker Guido Knopp die brutale Auseinandersetzung Hitlers mit dem SA-Führer Ernst Röhm. Zur gleichen Zeit klopft bei der ZDF-Konkurrenz das Schicksal an die Tür. Im zweiten Teil der Krupps (20.15) baut Patriarch Gustav Krupp von Bohlen und Halbach sein Stahlimperium weiter aus. Die Großfamilie bleibt derweil auf der Strecke.
Dramatischer Titel, zu Herzen gehender Stoff: In dem ARD-Film Kinder des Sturms (Mittwoch, 20,15 Uhr, ARD) flieht Rosemarie (Felicitas Woll) mit ihrer kleinen Tochter Marie kurz nach dem Zweiten Weltkrieg gen Westen. Im Gedränge um ein Zugabteil geht Marie verloren. Rosemarie setzt verzweifelt alle Hebel in Bewegung, um ihre Tochter wiederzusehen. Was sich anhört wie ein Frontalangriff auf die Tränendrüse, entpuppt sich als zu Herzen gehender Film, der authentische Schicksale bewegend aufarbeitet.
Eine sichere Bank für große Gefühle ist auch der französische Film Man muss mich nicht lieben (Donnerstag, 21 Uhr, Arte). In der Tangostunde mit der bezaubernden Francoise (Anne Consigny) taut Griesgram Jean-Claude (Patrick Chesnais) auf. Regisseur Stéphane Brizé erzählt eine wundervoll leichte Geschichte um Liebe und Verlust, die Melancholie des Alters und die Lust am Abenteuer.
ruk/news.de
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Mit großem Aplomb hat das ZDF Aufstieg und Niedergang eines deutschen Stahlimperiums verfilmt. In «Krupp - Eine mehr ...