Zeitungen kämpfen weiter ums Überleben
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2009 wird für Zeitungsverlage das schlimmste Jahr. Das prognostiziert zumindest der Jahresbericht zur Lage der US-Medien. Demnach setzen Internet und Fernsehen den Verlagen zu. Und denen bleibt immer weniger Zeit, sich zu behaupten.
Der Jahresbericht zur Lage der Medien in den USA könnte für die Zeitungsverlage kaum schlechter ausfallen: 2008 informierten sich erstmals mehr Amerikaner im Internet als in den gedruckten Blättern. Nachrichten sind den US-Bürgern zwar weiter wichtig und bleiben begehrt, allerdings sind immer weniger Menschen bereit, dafür zu bezahlen. Dies sind zentrale Erkenntnisse aus dem US-Medien-Jahresbericht 2009 des angesehenen Pew-Forschungsinstituts in Washington.
Dieser Jahresbericht sei der «düsterste bisher», schrieben die Wissenschaftler. 2009 werde für die US-Zeitungsbranche aber angesichts der dramatischen Wirtschaftskrise zum vermutlich «schlimmsten Jahr» überhaupt, so die Prognose. Auch Zeitschriften, Radio und die lokalen Fernsehsender in den USA mussten 2008 Einbußen hinnehmen. Als Gewinner können sich neben dem Internetanbietern vor allem Nachrichtensender fühlen.
Der Versuch von Verlagen, im Web die Verluste aufzufangen, die Zeitungen seit Jahren wegen sinkender Auflagen und des Rückgangs im Anzeigengeschäft erleiden, haben sich laut der Studie zu «einem verzweifelten Bemühen entwickelt». Die Verlage hätten noch kein Konzept gefunden, um die Zeitungskrise zu meistern, es dominiere das «Geschäftsmodell des vergangenen Jahrhunderts». Um mit Nachrichten Geld verdienen zu können, werde traditionelle Werbung künftig nur teilweise die Kosten für Qualitätsjournalismus decken können. Allerdings sei es übertrieben, von einem Sterben des traditionellen Journalismus zu sprechen, vor dem angesichts der US-Zeitungskrise Kommentatoren und Medienexperten gewarnt hatten.
Wegen der Rezession und der wachsenden Nutzung des Internets als Nachrichtenquelle bleibt den Verlagen «immer weniger Zeit, ein neues Geschäftsmodell zu entwickeln und die finanzielle Zukunft zu sichern», schreiben die Medienwissenschaftler in ihrem Bericht. Im vergangenen Jahr erhöhte sich die Zahl der Amerikaner, die sich im Web auf den 50 wichtigsten Nachrichtenseiten informierten, um 24 Prozent. 2007 lag der Anstieg lediglich bei 8 Prozent. Allerdings seien 2008 die Erlöse im Web kaum gestiegen.
Die Auflage der US-Zeitungen sank 2008 erneut um etwa 4,6 Prozent auf eine tägliche Gesamtauflage von rund 48 Millionen. Die Zeitungswirtschaft habe 2008 etwa 38 Milliarden Dollar (28,2 Milliarden Euro) umgesetzt, wobei die Verlage noch immer meist gute Profite erwirtschaftet hätten, so die Studie. Die Gewinne der Zeitungshäuser seien aber um 14 Prozent niedriger als 2007 und 23 Prozent geringer als ein Jahr zuvor.
Bis Ende 2009 wird der Prognose des unabhängigen Instituts zufolge im Vergleich zu 2001 jeder vierte Arbeitsplatz in den Zeitungsredaktionen verloren gegangen sein. Allein 2008 sank die Zahl der journalistischen Arbeitsplätze um etwa 5.000, das sind etwa 10 Prozent. Einen Boom im Nachrichtengeschäft erlebten lediglich die Nachrichtensender wie CNN, MSNBC und Fox News. Deren Zuschauerzahl stieg im spektakulären Wahljahr 2008 um 38 Prozent, auch die Gewinne legten um 33 Prozent zu.
gua/ruk
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