Von news.de-Redakteurin Nadine Kotré
Rätselhafte Phänomene, FBI-Agenten, Verschwörung in Regierungskreisen, knisternde Atmosphäre zwischen den Hauptcharakteren – wer denkt da nicht an Akte X? Die Ähnlichkeiten sind nicht von der Hand zu weisen, trotzdem bewahrt sich die neue ProSieben-Serie «Fringe» ihre Eigenheiten.
Wer erinnert sich nicht an Mulder und Scully und die Suche nach der Wahrheit? Er, der Glaubende, der die Existenz des Übernatürlichen beweisen wollte. Sie, die Skeptikerin, die an seine Seite gestellt wurde, um ihn zu kontrollieren. Anfangs eine hochgelobte Serie, dümpelte Akte X, die letzten Staffeln in seichten Okkultismus- und Science-Fiction-Gewässern vor sich hin. Letzlich wurde Akte X 2002, weit über dem Zenit, abgesetzt.
Sechs Jahre später startete Fringe in den USA. Die Zutaten sind ähnlich, jedoch nicht gleich. Im Mittelpunkt der Serie steht die FBI-Agentin Olivia Dunham (Olivia Torv). Im Pilotfilm, der heute Abend um 20.15 Uhr auf ProSieben zu sehen ist, versucht sie alles, um ihren Kollegen und Liebhaber Agent John Scott zu retten. Dieser kam bei einem Einsatz mit einer synthetischen Substanz in Kontakt, die zuvor schon die Passagiere eines Flugzeuges dahinraffte. Die Substanz bewirkt, dass sich das menschliche Fleisch in eine gallertartige Masse verändert. Viel Zeit ihren Freund zu retten, hat Agent Dunham also nicht. Ihre einzige Hoffnung auf ein Heilmittel ist der geisteskranke Wissenschaftler Dr. Walter Bishop (John Noble), der vor Jahrzehnten im Feld des Paranormalen forschte. Einziges Problem ist, dass dieser in einer geschlossenen Anstalt sitzt und nur im Beisein eines Familienmitlgiedes besucht werden kann. Nachdem Bishops Sohn Peter (Joshua Jackson) gefunden und überzeugt und Doktor Bishop aus seiner Anstalt entlassen wurde, arbeiten die drei Hauptfiguren zusammen, um so schnell wie möglich ein Gegenmittel zu finden.
In Fringe wird das geboten, was eine Mystery-Serie im FBI-Umfeld so ausmacht: rätselhafte Phänomene wie die Zusammenführung zweier Menschen im Traum oder nicht alternde Kinder. Zudem kommen noch eine Verschwörung auf Regierungsebene hinzu und drastische Bilder, die die Schockmomente sichern sollen.
Eigentlich nicht schlecht, doch irgendwie wirken Teile der Handlung etwas zu abstrus. Die Traumszene beispielsweise wirkt kitschig und würde besser in eine Seifenoper passen. Die Hauptdarsteller sind passabel, wobei Joshua Jackson postitiv überrascht und nicht zu sehr an seine Zeit bei Dawsons Creek erinnert.
Was fehlt ist das beklemmende Gefühl, das beispielsweise Akte X in der Anfangszeit ausmachte. Die Szenen im Flugzeug etwa gehen in diese Richtung, danach flacht die Atmosphäre jedoch wieder deutlich ab. Was die Geschichten um die Agenten Mulder und Scully zudem ausmachte, war der fein gestreute Humor, für den meist Mulder zuständig war. Dies kann Fringe - zumindest zu Beginn - noch nicht vorweisen.
Trotzdem wird die Serie in Deutschland wohl mit einigermaßen gutem Erfolg laufen. Dafür verantwortlich ist ein Mann: J.J. Abrams. Der 42-Jährige schreibt und produziert nicht nur Fringe, sondern neben Kinofilmen, auch eine der zur Zeit erfolgreichsten Serien der Welt: Lost. Diese Sogwirkung wird Fringe Zuschauer sichern.
Neues bietet Fringe jedoch nicht. Akte X war 1993 revolutionär und verband Krimigeschichten mit teilweise nachvollziehbarem übernatürlichem Ansatz. Mit Fortschreiten der Serie wurden die Geschichten dünner und unglaubwürdiger, bis sie letztendlich nur noch lächerlich waren. Fringe setzt irgendwo in der Mitte an - heutzutage kann man dem Zuschauer schließlich nicht mehr mit mordenden Glühwürmchen kommen. Bleibt also abzuwarten, ob die Fälle ein erträgliches Niveau halten können.
Fringe - Grenzfälle des FBI, ab 16. März, 20.15 Uhr auf ProSieben.
voc
was heißt denn lächerlich zum Ende hin - man merkte halt später nur das das duo Scully/Mulder fehlt... trotzdem sind die x -files unübertroffen Fringe haut mich leider nicht vom hocker - aber es gibt ja noch anderes tolles , und die guten folgen von xfiles :)
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