Buchhandel im digitalen Wandel
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Von Thomas Maier
Artikel vom 13.03.2009Riesige Chance und großes Risiko in einem: Die Digitalisierung erreicht den Buchmarkt. Und sie zwingt eine gefestigte Branche zum Umdenken - samt der Fragen nach Kopierschutz, Buchpreisbindung und Vertrieb.
Die Verlage scheinen inzwischen die digitale Herausforderung anzunehmen: «Seit der Frankfurter Buchmesse hat ein Umdenken eingesetzt», sagt Ronald Schild, E-Book-Fachmann beim Börsenverein des Deutschen Buchhandels. In vielen Verlagen sei das Thema E-Book jetzt zur Chefsache erklärt worden.
Als Dachverband der deutschen Buchbranche will der Börsenverein auf seiner Online-Plattform libreka.de von nun an E-Books verkaufen. Der Startschuss dazu ist gestern auf der Leipziger Buchmesse gefallen. Knapp 100.000 digitale Titel können nun im Internet gekauft werden. Den Preis dafür legt der Verlag fest.
S. Fischer macht dagegen bei libreka.de nicht mit. Ein Grund sei, dass die Plattform nur das für E-Book-Reader wenig lesefreundliche PDF-Format unterstütze, sagt der kaufmännischer Geschäftsführer des Verlags, Michael Justus. Dafür wolle man im kommenden halben Jahr selbst ein «ausgewachsenes Programm» mit mehreren hundert digitalen Titeln auf den Markt bringen.
Beim E-Book sind derzeit aber nicht nur die Formate strittig, auch der Kopierschutz ist noch offen. Als Lehre aus den leidvollen Erfahrungen der Musikindustrie mit den Raubkopierern befürwortet der Börsenverein ein «elektronisches Wasserzeichen» beim E-Book. Elektronische Bücher könnten dann wie jedes andere Buch an Freunde weitergegeben werden, sagt Schild. Wenn sie jedoch bei illegalen Tauschbörsen auftauchten, könne der Weg zum Absender über das Wasserzeichen zurückverfolgt werden.
Auch für E-Books soll künftig die Buchpreisbindung gelten - dies ist in der Branche allerdings nicht unumstritten. Das muss aber nicht heißen, dass E-Books genauso teuer verkauft werden wie herkömmliche Bücher. Dass digitale Titel künftig langfristig billiger werden, da ist S. Fischer-Geschäftsführer Justus skeptisch. «Die Herstellung und der Vertrieb von E-Books sind mindestens genauso teuer», sagt er.
fme/ruk
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