Facebook greift Twitter an
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Twitter gibt den Takt vor und das Netz versucht mitzuhalten. Jetzt reagiert auch das Online-Netzwerk Facebook auf die schnell wachsende Popularität des Kurznachrichten-Dienstes. Mit einer Rundumerneuerung und Kommunikation in Echtzeit.
Einzelne Nutzer wie auch Unternehmen und Organisationen können künftig in Echtzeit Texte, Fotos und Videos an ein großes Publikum verbreiten, kündigte das Unternehmen im kalifornischen Palo Alto an. Das überarbeitete Design ermögliche einen «deutlich schnelleren Informationsfluss», sagte Facebook-Chef Mark Zuckerberg. Der Schritt eröffnet zum Beispiel Politikern oder Künstlern die Chance, über die Plattform Fans und Interessenten auf dem Laufenden zu halten.
Das Unternehmen setzt an zwei Punkten an. Zum einen wird der Nachrichtenticker, der Mitglieder über die Aktivitäten ihrer Freunde informiert, künftig nicht mehr nur alle 10 bis 15 Minuten, sondern in Echtzeit aktualisiert. Zum anderen ermöglicht Facebook allen Nutzern, in sogenannten öffentlichen Profilen unbegrenzt viele Mitglieder des sozialen Netzwerks zu ihren Kontakten hinzuzufügen. Bisher war die Zahl der Facebook-«Freunde» auf 5000 begrenzt. Zu den ersten Nutzern der neuen Funktion zählen nach Unternehmensangaben US-Präsident Barack Obama, diverse Hollywood- und Sportstars, Medienunternehmen wie CNN und die New York Times sowie die Rockgruppe U2.
Mit dieser Änderung weist Facebook eine ähnliche Funktion wie der Kurznachrichtendienst Twitter«Twitter» ist eines der am schnellsten wachsenden sozialen Netzwerke, mit dem sich Nachrichten von 140 Zeichen veröffentlichen lassen. «Twitter» kommt aus dem Englischen und bedeutet Gezwitscher. Die Nachrichten («Tweets») können abonniert und beantwortet werden. So entsteht ein weltweites Geflecht aus Botschaften. auf. Bei Twitter können Nutzer 140 Zeichen lange Nachrichten eingeben, die gleichzeitig von allen gesehen werden können. Den Dienst nutzten unter anderem Politiker wie Obama oder der hessische SPD-Kandidat Thorsten Schäfer-Gümbel im Wahlkampf, um ihre Anhänger auf dem Laufenden zu halten. Facebook hatte im vergangenen Jahr vergeblich versucht, Twitter zu kaufen.
Beobachter bewerten die Neuerungen als Angriff auf Twitter. Wenn das soziale Netzwerk den Rivalen schon nicht kaufen könne, versuche es eben, ihn zu schlagen, schrieb etwas das amerikanische Fachblog TechCrunch. Facebook hat mit seinen 175 Millionen registrierten Nutzern eine viel größere Basis als Twitter. Der Kurznachrichtendienst liegt trotz rasanten Wachstums laut Schätzungen erst bei etwa sechs Millionen Nutzern. Mitte Februar hatte sich Twitter 35 Millionen Dollar von Investoren für die weitere Entwicklung gesichert. Das Facebook-Angebot erinnert auch stark an den Twitter-Konkurrenten FriendFeed.
bla/ruk
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