Von news.de-Redakteurin Claudia Arthen
Mit «Mord ist mein Geschäft, Liebling» knüpft Regisseur Sebastian Niemann an die klassischen Screwball-Komödien der 1960er Jahre an. Statt Doris Day und Rock Hudson spielen sich hier Nora Tschirner und Rick Kavanian die Bälle zu.
Geht es nach den Namen auf der Besetzungsliste, nach der Fülle an Filmzitaten und nach der Menge an Actionelementen dürfte Mord ist mein Geschäft, Liebling ein Kassenknüller werden. Regisseur Sebastian Niemann (Hui Buh – das Schlossgespenst) hat für seine nostalgische Genre-Parodie nicht nur auf heimische Erfolgsgaranten zurückgegriffen, sondern mit Raubein Bud Spencer und Django-Darsteller Franco Nero zudem zwei verschollen geglaubte Kultfiguren aus den Untiefen des Trashkinos ausgegraben.
Die Hauptrolle darf aber Rick Kavanian spielen, der eben noch in 1 ½ Ritter neben Til Schweiger zu sehen war und hier einen smarten Berufskiller mimt. Toni Ricardelli heißt der smarte Typ, der mit seinem Job («gute Bezahlung, flexible Arbeitszeiten») eigentlich ganz zufrieden ist. Dumm nur, dass Frauen ihm sofort den Laufpass geben, wenn sie von seinem Tun erfahren. Als er sich in die schusselige Verlagsangestellte Julia (Nora Tschirner) verliebt, flüchtet er sich in eine Notlüge, die sich für ihn als lebensgefährlich entpuppt.
Absurde Verwicklungen und verrückte Zufälle hat die Handlung genug zu bieten, und ebenso gibt es ein reiches Repertoire an überzeichneten Figuren: einen tyrannischen Vater (Hans Michael Rehberg), einen chronisch-nervösen Sohn namens Bobfried (Janek Rieke), eine unglücklich verliebte Sekretärin (Jasmin Schwiers), einen zynischen Psychotherapeuten (Ludger Pistor), einen cholerischen Mafiaboss (Günther Kaufmann), einen stets betrunkenen Literaturkritiker (Wolfgang Völz), einen notgeilen Pagen (Axel Stein) und jede Menge mordlustiger Killer aus verschiedenen Ecken der Filmgeschichte. Nicht zu vergessen die beiden Besetzungscoups Franco Nero und Bud Spencer.
Hier spielt jeder Akteur die Rolle, die der Zuschauer von ihm kennt und erwartet. Und in vielen Fällen bewegt sich das nun mal auf dem Level von dürftigem TV-Klamauk. Selbst die Bully-erprobten Rick Kavanian und Christian Tramitz mit ihrem perfekten Timing können das Drehbuch nicht aus seiner Niveauarmut retten. Tramitz gibt als freundlich-bajuwarischer Killerkollege noch die beste schauspielerische Leistung ab. Es ist einfach urkomisch, wenn er immer im unpassendsten Moment von seinem «Schatzerl» angerufen wird. Daneben wirken Kavanian und Tschirner ein wenig blass und lustlos. Vor allem dem «Keinohrhäschen» wünschte man eine Rolle, in der sie mehr machen kann als nett zu lächeln und von einem Fettnäpfchen ins nächste zu treten.
Filmtitel: Mord ist mein Geschäft, Liebling
Regisseur: Sebastian Niemann
Darsteller: Nora Tschirner, Rick Kavanian, Christian Tramitz
FSK: 12 Jahre
Deutschland 2008
Länge: 109 Minuten
Kinostart: 26. Februar