Soulsängerin Duffy war die große Gewinnerin bei der Vergabe der Brit Awards in London. Die Waliserin sahnte gleich in drei Kategorien ab. Die großen Favoriten Coldplay gingen dagegen ohne eine einzige Trophäe nach Hause.
Newcomerin Duffy erhielt gestern die Preise für das beste Album, die beste Solokünstlerin und den besten «Breakthrough Act». Die steile Karriere von Duffy erreichte damit einen neuen Höhepunkt. Ihr mit einem «Brit» gekröntes Debütalbum Rockferry fand im vergangenen Jahr 4,5 Millionen Käufer - so viel wie kein anderes Album in Großbritannien. Als Duffy den dritten Preis des Abends entgegennahm, war ihr die Rührung anzusehen. «Ich lüge euch nicht an», sagte die Sängerin. «Es ist schwer, es ist sehr schwer.»
Hingegen zeigte die Brits Academy der favorisierten Band Coldplay die kalte Schulter. Deren Album Viva La Vida fand bei der Wahl zum Album des Jahres ebensowenig die Gunst der Experten wie in den anderen drei Kategorien, in denen Coldplay nominiert war. Als beste nationale Band wurde stattdessen Elbow ausgezeichnet - eine echte Überraschung. Die Brit-Pop-Formation setzte sich nicht nur gegen Coldplay, sondern auch gegen Radiohead, Take That und Girls Aloud durch. Die Trophäe als bester nationaler Künstler durfte Mod-Godfather Paul Weller entgegennehmen.
Die englische Heavy-Metal-Band Iron Maiden wurde für den besten Live-Act ausgezeichnet - dieser Preis wurde nicht von den rund 1000 Akademie-Mitgliedern vergeben, sondern in einer Abstimmung des Publikums. In der internationalen Wertung erhielten die Kings of Leon zwei Preise für das beste Album und die beste Gruppe. Hiphopper Kanye West wurde zum besten männlichen Künstler gekürt, Katy Perry zur besten internationalen Künstlerin. Mit einem Sonderpreis für herausragende Leistungen wurden die Pet Shop Boys geehrt.
tko