Von news.de-Redakteur Christian Vock
Mit dem «Baader Meinhof Komplex» geht wieder ein deutscher Beitrag ins Oscar-Rennen um den besten fremdsprachigen Film. Statistisch gesehen sind die Erfolgschancen aber eher gering. Nur drei Mal konnte ein deutscher Film bei den Oscars abräumen.
Volker Schlöndorf machte 1980 mit seiner Verfilmung von Günter Grass' Blechtrommel den Anfang. Zu diesem Zeitpunkt war der Oscar bereits dutzende Male vergeben worden, ohne dass deutsche Filmemacher die begehrte Trophäe mit nach Hause nehmen durften. Das nächste Mal sollten wir nicht mehr so lange warten müssen. Caroline Link gewann 2003 für die Verfilmung des Stefanie-Zweig-Bestsellsers Nirgendwo in Afrika den Oscar für besten fremdsprachigen Film. Den jüngsten Triumph feierte Florian Henckel von Donnersmarck vor zwei Jahren mit seinem Stasi-Drama Das Leben der anderen.
Was deutsche Filme nur selten schafften, gelang in anderen Kategorien wesentlich besser. Sowohl in den musikalischen als auch in den technischen Kategorien konnten immer wieder deutsche Filmschaffende überzeugen. Deutsche Kurzfilmer konnten die Goldstatue immerhin vier Mal gewinnen.
Hier sind die bisherigen deutschen Oscargewinner:
1929 Emil Jannings als bester Hauptdarsteller in den beiden Filmen Sein letzter Befehl und Der Weg allen Fleisches.
1938 Karl Freund für die Kamera-Arbeit im Melodram The Good Earth.
1947 Ernst Lubitsch. Ehren-Oscar für seinen hervorragenden Beitrag zur Filmkunst.
1948 Alfred Junge. Art Direction für Color Black Narcissus.
1951 Franz Wachsmann (Waxman), für die Filmmusik in Sunset Boulevard.
1952 Franz Wachsmann für die Filmmusik in A Place in the Sun.
1955 Karl Freund Technical Achievement Award für das Multicam-System.
1960 Professor Bernhard Grzimek für den besten Dokumentarfilm Serengeti darf nicht sterben.
1967 August Arnold Scientific or Technical Award für die Erfindung der ersten serienmäßig gefertigten 35-mm-Spiegelreflexkamera.
1972 Rolf Zehetbauer für die Ausstattung des Musical-Films Cabaret.
1980 Volker Schlöndorff für Die Blechtrommel als bester fremdsprachiger Film.
1990 Wolfgang und Christoph Lauenstein für Balance als bester kurzer Zeichentrickfilm.
1993 Erich Kästner Gordon E. Sawyer Award für sein Lebenswerk als Kamerakonstrukteur.
1994 Pepe Danquart für Schwarzfahrer als bester Kurzfilm.
1995 Hans Zimmer für die Filmmusik zu dem Disney-Film Der König der Löwen.
1996 Firma Denz in der Sparte Technical Achivement Award für die Entwicklung einer flackerfreien Farbvideokamera.
1997 Thomas Stellmach und Tyron Montgomery für Quest als bester Zeichentrick-Kurzfilm und Volker Engel für die besten visuellen Effekte in dem Film Independence Day.
2001 Florian Gallenberger für Quiero Ser als bester Kurzfilm.
2003 Caroline Link für Nirgendwo in Afrika als bester fremdsprachiger Spielfilm.
2005 Horst Burbulla. Technik-Oscar für die Entwicklung eines Teleskop-Kamera-Krans.
2006 Hildegard Ebbesmeier, Nicole Wemken, Michael Anderer und Udo Schauss. Technik-Oscar für die Entwicklung eines neuen Kino-Projektionsobjektivs.
2007 Florian Henckel von Donnersmarck für Das Leben der Anderen als bester fremdsprachiger Spielfilm.
rukWollen Sie wissen, wie es bei dem Thema weitergeht?
Wir informieren Sie gerne kostenlos.
Ich habe die Datenschutzbestimmungen gelesen und bin damit einverstanden!
URL : http://www.news.de/medien/778085463/die-glorreichen-drei/1/
Schlagworte:


