Der US-Verlag Condé Nast stellt die deutsche Ausgabe des People-Magazins «Vanity Fair» mit sofortiger Wirkung ein. Die Zeitschrift werde diese Woche zum letzten Mal erscheinen, teilte der Verlag mit. Das Aus kommt trotz der Medien- und Finanzkrise überraschend.
Erst Ende Dezember hatte Jonathan Newhouse, Chef von Condé Nast International in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung eine Art Bestandsgarantie für das Magazin abgegeben. «Es gibt keinen Grund, Vanity Fair nicht weiterzuführen. Es ist unsere erfolgreichste Marke», hatte Newhouse damals erklärt. Negative Auswirkungen der Finanzkrise auf die Auflage und das Anzeigengeschäft hatte Newhouse damals verneint.
Die gute Prognose war dann wohl zu voreilig. In einer Mitteilung gab Newhouse heute das Aus für Vanity Fair bekannt. «Es ist immer bedrückend, wenn ein exzellentes Magazin eingestellt wird, und im Falle von Vanity Fair Deutschland schmerzt es mich besonders», schrieb der Verlagschef. Erst vor wenigen Wochen hatte Chefredakteur Nikolaus Albrecht bei dem Magazin das Handtuch geworfen. Condé Nast-Geschäftsführer Bernd Runge war im Dezember zurückgetreten.
Vanity Fair war im Februar 2007 mit einer Auflage von 500.000 Exemplaren gestartet. Das Magazin des Condé-Nast-Verlags (Vogue, GQ) zielte vor allem auf die junge, urbane Leistungselite. Die Auflage von Vanity Fair lag im vierten Quartal 2008 laut IVW bei knapp über 200.000 Stück. Die Zahl der Abonnenten betrug etwas über 38.000. Wer auf Vanity Fair partout nicht verzichten will, kann sich damit trösten, dass immerhin die von einer eigenen Redaktion betreute Onlineausgabe des Magazins weiterbestehen wird.
Für Hochglanzmagazine sind die Zeiten hart. Gruner + Jahr hatte im November schon die Vanity Fair-Konkurrenz Park Avenue eingestampft.
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