An Heidi Klum scheiden sich die Geister: Abseits der Mode-Industrie wird sie geliebt. Designer bestätigen ihr jedoch in regelmäßigen Abständen Mittelmäßigkeit. Zwei der eifrigsten Kritiker sind Wolfgang Joop und Karl Lagerfeld.
Für viele mag sie eines der berühmtesten Models Deutschlands sein, für Modedesigner Wolfgang Joop ist Heidi Klum aber vor allem eines: «Ein Topmodel ist sie nicht, sondern ein Werbegirl.» Das sagte der 64-Jährige der Illustrierten Bunte zufolge.
«Wo in der High Fashion hat jemand dieses Dauergrinsen? Aber ohne Grinsen hat sie keinen schönen Mund», meinte Joop. Klum sei perfekt deutsch-amerikanisch. Allerdings habe sie nichts mit der Haute Couture zu tun.
«Sie ist der Typus, der sich anpasst», sagte er. «Heidi Klum ist ein Musterbeispiel einer gewissen Perfektion, aber in der Mode suchen wir nicht den Mainstream, sondern das Einzigartige, das Individuelle.» Klum sei «der Durchschnitt in Perfektion bis hin zu den perfekt gefärbten Locken».
Mit den Kandidatinnen von Klums ProSieben-Show Germany's next Topmodel habe er überhaupt kein Mitleid, sagte Joop. «Wenn's um Eitelkeit und das Versprechen von Popularität geht, nehmen diese Menschen alles auf sich: die größte Demütigung, den größten Schmerz, die größte Lächerlichkeit und tiefe Häme.»
Wie bild.de berichtet, äußerte sich auch Karl Lagerfeld zu Heidi Klum. Bei der Eröffnung von mehrern Nobelvillen in Hamburg, die Lagerfeld als Innenarchitekt ausstattete, wurde er gefragt, ob er sich vorstellen könnte, dass Heidi Klum in eine dieser ziehen könnte. Er verneinte. «Sie ist mehr auf Bling-Bling, auf Glamour aus, als auf heutige Mode. Das ist zu sehr Victoria's Secret, das ist vielleicht nicht mein Geheimnis», sagte Lagerfeld dem Sender RTL.
Von der Klumschen Modelqualität scheint der Modezar auch alles andere als überzeugt zu sein: «Außer in Deutschland kennt das Publikum in Europa die nicht so. In Deutschland ist sie sehr gegenwärtig, aber als Mannequin, als Model? Ich hab sie nie fotografiert, und ich hab sie nie in einer Schau gehabt.»
nak/ruk