Von news.de-Redakteurin Mara Schneider
Abends in der Kneipe einen netten Typen kennengelernt, Telefonnummern ausgetauscht – und dann ruft der Kerl einfach nicht an? Anstatt tagelang nach Ausreden zu suchen, sollte Frau sich eingestehen: «Er steht einfach nicht auf Dich».
Beth (Jennifer Aniston) und Neil (Ben Affleck) sind seit vielen Jahren ein glückliches Paar. Doch weil Neil nach wie vor nichts von Ehe wissen will, fragt sich Beth, ob ihre Beziehung wirklich noch etwas wert ist. Mary (Drew Barrymore) kann sich an ihre letzte Beziehung gar nicht mehr erinnern. Stattdessen muss sie feststellen, dass es im Zeitalter der Technologie wesentlich einfacher geworden ist, einen Korb zu kassieren – ob am Telefon, per SMS, bei MySpace, auf dem Anrufbeantworter, ...
Janine (Jennifer Connelly) misstraut ihrem Mann Ben (Bradley Cooper), weil er hinter ihrem Rücken raucht. Ben wiederum fühlt sich seit kurzem zu der heißblütigen Blondine Anna (Scarlett Johansson) hingezogen. Auch Alex (Kevin Connolly) steht auf Anna und lässt deswegen Gigi (Ginnifer Goodwin) abblitzen. Die allerdings wartet auch Tage nach ihrem Date noch sehnsüchtig auf den versprochenen Anruf. Als sie Conor (Justin Long) um Rat fragt, erteilt er ihr die wichtigste Lektion in Liebesangelegenheiten: Wenn ein Mann dich nicht anruft, dann steht er einfach nicht auf dich!
Von den Irrungen und Wirrungen der Gefühlswelt, von Missverständnissen zwischen Mann und Frau können die Charaktere in Er steht einfach nicht auf Dich ein Lied singen. Dass die heitere Liebeskomödie aus dem Hause Warner an die Erfolgsserie Sex and the City erinnert, kommt dabei nicht von ungefähr. Die Geschichte um eine Gruppe von Freunden zwischen 20 und 40 Jahren basiert auf dem gleichnamigen Buch der Autoren Greg Behrendt und Liz Tuccillo – aus deren Feder stammen auch die Drehbücher zur beliebten amerikanischen Serie mit Sarah Jessica Parker und Co.
Viel Nachdenken erfordert Er steht einfach nicht auf Dich allerdings nicht. Doch darum geht es auch nicht. Vielmehr stehen die Gefühle, die Sorgen Liebender und Alleingelassener im Vordergrund. Und die aus dem Leben gegriffenen Szenen sorgen für so manchen Lacher – oder ein ungläubiges Kopfschütteln über die Naivität einzelner Charaktere.
Wer am Ende mit wem zusammenkommt – oder eben auch nicht – ist wie häufig bei diesem Genre vorhersehbar, die große Überraschung am Ende bleibt also aus. Und doch leidet man auf dem Weg dahin mit den Protagonisten, wenn Gigi einen Korb nach dem anderen kassiert, Alex aussichtslos die hübsche Anna anschmachtet oder Mary zwar von zahlreichen charmanten Männern umzingelt ist, die jedoch alle kein Interesse am anderen Geschlecht zeigen.
Das Konzept des Films – die vielen kleinen Episoden des Lebens von vielen großen Stars auf der Leinwand spielen zu lassen – ist nicht neu. 2003 gab der britische Drehbuchautor Richard Curtis sein Regiedebüt mit der romantischen Komödie Tatsächlich Liebe. Ebenfalls in vielen kleinen Episoden präsentierten sich dort Hugh Grant, Liam Neeson, Colin Firth, Alan Rickman, Keira Knightley, Emma Thompson, Rowan Atkinson und Heike Makatsch.
Die Idee zahlte sich aus: Richard Curtis wurde bei den Golden Globes 2004 für das «Beste Drehbuch für einen Film» und sein Werk in der Kategorie «Bester Film: Musical oder Komödie» nominiert. Ob Regisseur Ken Kwapis mit seinem Er steht einfach nicht auf Dich ähnlichen Erfolg feiern darf, bleibt abzuwarten. Fans romantischer Komödien werden aber mit Sicherheit auf ihre Kosten kommen.
Er steht einfach nicht auf Dich
Originaltitel: He's just not that into you
Regie: Ken Kwapis
Darsteller: Ben Affleck, Jennifer Aniston, Drew Barrymore, Jennifer Connelly, Kevin Connolly, Bradley Cooper, Ginnifer Goodwin, Scarlett Johansson, Justin Long
Romantische Komödie, USA 2008
FSK: ohne Altersbeschränkung
Filmlänge: 129 Minuten
Kinostart: 12. Februar 2009
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