Von news.de-Redakteur Christian Vock
Mit seinem Mittwochsfilm «Ein Date fürs Leben» präsentiert das ZDF heute Abend eine Liebeskomödie mit hochkarätigen Schauspielern. Julia Stinshoff und Hannes Jaenicke kämpfen darin nicht nur um ihre Liebe, sondern leider auch gegen ein uninspiriertes Drehbuch.
Folgende Ausgangssituation: Anna (Julia Stinshoff) ist Mitarbeiterin eines Auktionshauses und dort für die Akquise zuständig. Seit ihrer Scheidung gibt es neben ihrer Arbeit eigentlich nur noch ihre pubertierende Tochter Paula (Maria Ehrich). Wenn es nach ihrem schwulen Arbeitskollegen Michael (Uwe Ochsenknecht) geht, darf dieser Zustand nicht mehr anhalten – Männer müssen her. Wie der Zufall so will, stößt sie kurz darauf im Supermarkt mit dem Journalisten Gregor Weller (Hannes Jaenicke) zusammen, der von ihrer Schusseligkeit erst einmal wenig begeistert ist. Erst einmal. Denn da wir es hier mit einer Liebeskomödie zu tun haben, ist natürlich klar, dass die beiden sich wiedersehen.
Zu einer Liebeskomödie im herkömmlichen Sinn gehört neben dem Aufeinandertreffen der sich zukünftig Liebenden natürlich auch das Happy End. Damit die Zeit dazwischen anständig gefüllt ist, müssen Irrungen, Verwechslungen oder zumindest Missverständnisse her. Eigentlich hätte Ein Date fürs Leben alle Zutaten, die eine launig-leichte Komödie braucht: Mit Julia Stinshoff eine talentierte Hauptdarstellerin, die Herausforderung an Uwe Ochsenknecht einmal einen Homosexuellen zu spielen, mit Maria Ehrich eine aufstrebende Jungschauspielerin und mit Hannes Jaenicke einen alten Hasen.
Aufeinandertreffen und Happy End, so viel sei vorweggenommen, funktionieren bei Ein Date fürs Leben einwandfrei. Nur bei den Verwechslungen und Missverständnissen dazwischen gab es offenbar, nun ja: Verwechslungen und Missverständnisse. Erstere unterliefen Drehbuchautorin Barbara Jago. Sie verwechselte Vorhersehbarkeit und Langeweile mit Spannung und Dramatik.
Daran fehlt es der Geschichte nämlich gänzlich. Das Missverständnis zwischen Anna und Gregor, das der Frage «Kommen sie zusammen oder nicht?» noch etwas Reiz hätte verleihen können, ist nämlich in Wahrheit keines. Zumindest keines, das man nicht mit einem einfachen «Ach so!» aus der Welt hätte schaffen können. Stattdessen wird das Ganze in einer künstlichen Dramatik bis zur Grenze der Lächerlichkeit aufgeblasen.
Apropos Missverständnis: Dieses gab es offenbar auch bei Julia Stinshoff. Während Hannes Jaenicke die Mängel des Drehbuchs durch Routiniertheit ignoriert und Uwe Ochsenknecht die Rolle des schwulen Freundes erfrischend dezent ausfüllt, scheint Stinshoff die fehlende Dramatik unbedingt kompensieren zu wollen. Ihr Spiel wirkt dabei in den besten Momenten überdreht, in den schlechtesten hysterisch. So kann auch sie die Last nicht mehr schultern, die das Drehbuch ihr mit auf den Weg gegeben hat. All das hätte man unbedingt vor Drehbeginn untereinander klären müssen. Dann wäre Ein Date fürs Leben nicht nur ein Missverständnis geworden.
Ein Date fürs Leben, Mittwoch, 4. Februar um 20.15 Uhr im ZDF.
ruk