Google Earth Mit Google Ocean abtauchen in die Weltmeere

Google Ocean (Foto)
Blick auf den Atlantik: Mit Google Ocean lassen sich jetzt auch die Weltmeere digital erkunden. Bild: dpa

Google Earth taucht seit gestern mit der neuen Betaversion 5.0 ab. User können einen Blick unter die Wasseroberfläche der mächtigen Ozeane werfen. Auf den virtuellen Reisen sind neben Unterwasservulkanen auch versunkene Schiffe zu sehen.

Abtauchen zu der tiefsten Stelle des Ozeans, den Marianengraben. Das Meer mit ozeanographischen Experten erkunden und spannende Informationen über einen integrierten Funktionsbereich über den Rückgang der arktischen Eisfläche über einen Zeitraum von 30 Jahren beobachten. Oder mit der Ebene «Tierortung» den Weg von Blauwalen durch den Ozean verfolgen.

Das Internet-Unternehmen Google macht dies nun möglich und hat seine Software Google Earth, die weltweit bereits mehr als 400 Millionen Mal heruntergeladen wurde, runderneuert und erstmals mit Material über die Weltmeere angereichert. Mit Google Ocean lassen sich seit gestern virtuelle Tauchfahrten unternehmen sowie mit Hilfe von Informationen, Bildern und zahlreichen Videos die Meere erkunden. «In den Debatten über den Klimawandel werden die Weltmeere oft übergangen, obwohl sie in der Thematik eine entscheidende Rolle spielen», sagte gestern Google-Chef Eric Schmidt.

Die neue Komponente Google Ocean sei ursprünglich auf Anregung der Ozeanographin Sylvia Earle entstanden, hieß es. In einem Videoclip erklärt Sylvia Earle die Entstehung der Weltmeer-Komponente. Nur mit der Ozeanographie könne die Software überhaupt einen Anspruch auf Vollständigkeit erheben, so die Wissenschaftlerin. Schließlich sind 70 Prozent der Erde von Meeren bedeckt, die 80 Prozent allen Lebens auf dem Globus beherbergen. Zusätzlich nutzt Google Ocean Material namhafter Organisationen, unter anderem National Geographic und BBC Earth.

Die Darstellung der Wasseroberfläche erscheint in der neuen Version von Google Earth transparenter. Diese transparente Oberfläche zu programmieren sei eine große Herausforderung gewesen, erklärte Google-Sprecher Stefan Keuchel bei einer Vorstellung in Hamburg. An vielen Punkten kann der Nutzer inzwischen ins Wasser eintauchen und durch eine dreidimensionale Unterwasserwelt navigieren.

Auf den insgesamt 20 Funktionsbereichen finden sich zudem zahlreiche Informationen etwa über das Great Barrier Reef, zu den Wanderrouten vieler Großfische sowie über die Auswirkungen der Überfischung. Auch knapp 90, zum Teil noch unveröffentlichte Film-Aufnahmen des berühmten Meeresforschers Jacques Cousteau aus den 60er und 70er Jahren sind darunter. Ebenfalls können sich Wassersportler die schönsten Reviere für das Segeln, Tauchen und Surfen anschauen.

Zu den weiteren Neuerungen gehören in der fünften Version von Google Earth unter anderem eine Zeitleiste, über die der Nutzer ältere Satellitenaufnahmen bestimmter Orte ansteuern und mit den aktuellen vergleichen kann. Zudem lassen sich auch individuelle Touren erstellen, speichern und kommentieren. Von bestimmten Navigations-Geräten aus lassen sich auch zum Beispiel bestimmte Wandertouren in Google Earth übertragen und so etwa für Freunde bereitstellen. Einige Erneuerungen können sich in einer Videotour angesehen werden.

Google Earth 5.0 mit Google Ocean steht auf dieser Internetseite kostenlos zum Download zur Verfügung.

gua/ruk

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